Tessin: Unwetter verursacht Erdrutsche
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Tessin: Unwetter verursacht Erdrutsche

In Locarno-Monti fielen innert 24 Stunden fast 160 Liter Regen pro Quadratmeter, so viel wie normalerweise im ganzen Monat August.

Ein Unwetter hat im Tessin Erdrutsche ausgelöst und Überschwemmungen verursacht. Zahlreiche Strassen waren vorübergehend blockiert. Menschen wurden keine verletzt.

Die stärksten Regenfälle wurden im Tessin mit einem Ausläufer nach Graubünden verzeichnet, wie ein Sprecher von MeteoSchweiz auf Anfrage sagte. So mussten in der Nacht auf Freitag und am Freitagmorgen Polizei und Feuerwehr im Tessin wiederholt ausrücken, um Erdrutsche oder umgestürzte Bäume von den Kantonsstrassen im Raum Locarno und Bellinzona zu räumen. Zudem wurden beispielsweise die SBB-Unterführung in Tenero und andernorts Keller überschwemmt. Wegen Schäden an der Hochspannungsleitung ist die Bahnverbindung zwischen Locarno und Luino bereits seit Donnerstag unterbrochen.

Die Wetterstation der MeteoSchweiz in Locarno-Monti bezeichnete die Niederschläge zwar als ergiebig, aber nicht aussergewöhnlich, zumal es sich um sporadische Regengüsse gehandelt habe. Mit 156 Liter pro Quadratmeter innert 24 Stunden wurden in Locarno-Monti die stärksten Niederschläge verzeichnet. Dies entspricht etwa der normalen Monatsmenge im August. In San Bernardino im Bündnerland fielen 114 Liter Regen pro Quadratmeter und in Davos 64 Liter. In der Westschweiz wurden entlang des Jurasüdfusses seit Donnerstagmorgen 50 Liter Regen pro Quadratmeter gemessen, am Genfersee und in einzelnen Stationen des Berner Oberlandes waren es rund 40 Liter pro Quadratmeter.

Die heftigen Niederschläge fielen zusammen mit der letzten Sommerferien-Rückreisewelle aus dem Süden. So stauten sich am Freitagmittag vor dem Gotthard-Südportal in Airolo (TI) die Autos bereits auf eine Länge von rund zwei Kilometern. (dapd)

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