Tessiner Grossräte wollen keine Minarette
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Tessiner Grossräte wollen keine Minarette

Im Kanton Tessin sollen keine Minarette entstehen. Dies fordern drei Grossräte aus dem Lager der SVP, FDP und der Lega in einer parlamentarischen Initiative.

Sie möchten ein Bauverbot für Minarette im kantonalen Baugesetz verankern.

Ein Minarett diene bloss dem Zweck, Präsenz zu markieren, heisst es in der Initiative. Es handle sich um eine Art Eroberungssymbol, das viele Andersgläubige als Provokation empfinden würden. Um dem Glauben nachgehen zu können, brauche es kein Minarett.

Die drei Verfasser der Initiative - Lorenzo Quadri (Lega), Eros Mellini (SVP) und Andrea Giudici (FDP) - berufen sich in ihrem Vorstoss auf den Kanton Zürich. Der dortige Kantonsrat will ein Bauverbot für Minarette prüfen. Eine entsprechende Initiative der SVP wurde Anfang September gutgeheissen.

Im Gegensatz zu Zürich gibt es im Südkanton bisher kein Minarett. Allerdings würde es im Tessin nicht an Moslems fehlen, die gerne eine Moschee mit Minarett hätten, sagte der im Tessin lebende Imam Samir Jelassi am Freitag im «Corriere del Ticino».

Ein Thema, das die Gemüter erhitzt

In der Schweiz gibt es bisher Moscheen mit Minaretten in Zürich und Genf. Viele Projekte für Minarett-Bauten stossen auf Widerstand. Im Kanton Solothurn hat der Kantonsrat im Juni ein von der SVP gefordertes generelles Bauverbot für religiöse Bauten, das auf die Minarette abzielte, abgelehnt.

Im Streit um einen Minarett-Bau in der Solothurner Gemeinde Wangen bei Olten ist das kantonale Verwaltungsgericht am Zuge, nachdem der Regierungsrat den negativen Entscheid des Gemeinderates aufgehoben hat.

(sda)

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