Aktualisiert 26.06.2009 01:21

SmogbekämpfungTessiner Luft so sauber wie noch nie

Die Luft im Kanton Tessin ist so sauber wie noch nie in den letzten zwanzig Jahren. Die Behörden wähnen sich mit ihrem Luftsanierungsplan denn auch auf gutem Weg. Sorgen bereiten aber nach wie vor die oftmals zu hohen Feinstaub- und Ozonwerte.

Über die Hälfte des Ozons stamme aus der Lombardei, sagte Marcello Bernardi, der Direktor des Tessiner Umweltamtes, am Donnerstag in Bellinzona vor den Medien. Wolle man dieses Problem beheben, müsste man an der Grenze eine Mauer bauen, die so hoch sei wie die Alpen.

Bernardi kündigte an, dass man weiterhin Druck auf Italien ausüben werde. Grosse Hoffnung setzt er in die Expo 2015, die in Mailand stattfinden wird. Die Italiener müssten bis dahin etwas tun, um ihre Luftqualität zu verbessern. Sonst drohe ihnen ein Imageschaden.

Bei den Massnahmen zur Verbesserung der Luftqualität will das Tessin mit gutem Beispiel vorangehen. Im Jahr 2008 seien die besten Messwerte der letzten zwanzig Jahre registriert worden - und dies, obwohl es eine akute Smogphase gegeben habe, sagte Staatsrat Marco Borradori (Lega).

ÖV-Abo für zehn Franken im Monat

Aus diesem Grund hatten die Behörden vom 23. Februar bis am 1. März 2008 eine Geschwindigkeitsreduktion auf der Autobahn südlich von Lugano verordnet. Die Tempo-80-Massnahme kann auch in diesem Sommer wieder veranlasst werden, sollten die Grenzwerte für Ozon- oder Feinstaub drastisch überschritten werden.

Zudem animieren die Behörden die Bevölkerung, vermehrt die öffentlichen Verkehrsmittel statt das Auto zu benutzen. Dank Subventionen des Kantons und der Gemeinden haben im Juli und August rund 85 Prozent der Tessiner Bevölkerung die Möglichkeit, das ÖV-Abo «Arcobaleno» für zehn Franken pro Monat zu erwerben, wie Borradori sagte.

(sda)

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