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Tessiner Polizei jagt rumänische Waldmenschen

Die Tessiner Polizei jagt eine Bande von rumänischen Einbrechern, die jeweils über die grüne Grenze aus Italien in die Schweiz reist und sich in den Tessiner Wäldern versteckt.

Bereits zehn rumänische Einbrecher sind in diesem Jahr im Südkanton verhaftet worden. Der jüngste Coup gelang der Polizei am Mittwochabend, als im Wald oberhalb von Magadino ein weiterer Rumäne nach einer Grossfahndung ins Netz ging. Sein mutmasslicher Komplize entkam allerdings trotz des Einsatzes eines Helikopters.

«Entweder versteckt er sich in einem Erdloch im Wald oder er ist bereits wieder in Italien», sagte Andrea Cucchiaro, der bei der Tessiner Polizei die Abteilung Einbruchsbekämpfung leitet, am Freitag in einem Interview mit der Zeitung «LaRegioneTicino».

Beutezüge in die Deutschschweiz

Die Rumänen seien in der Lage, tagelang in den Wäldern zu leben. Ab und zu würden sie Güterzüge als Transportmittel benützen oder mit gestohlenen Autos in die Deutschschweiz oder in die Romandie auf Diebestour gehen.

Danach würden sie sich wieder in die Wälder zurückziehen und über die grüne Grenze nach Italien zurückkehren. Länger als eine Woche halten sich die Rumänen laut Cucciaro selten in der Schweiz auf.

Diese kurze Präsenz und die weitläufigen Waldstücke im Tessin erschweren die Fahndung. Die Festnahme des Mannes, der allein in der Südschweiz mindestens fünfzig Einbrüche verübt haben soll, gelang nach der Auswertung der Spuren, welche die Polizei in einem Lager im Wald gefunden hatte.

(sda)

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