Aktualisiert 12.12.2006 12:22

Tessiner Polizisten verprügelten Bündner Jugendliche

Die Tessiner Staatsanwaltschaft hat drei Polizisten wegen Amtsmissbrauch zu bedingten Haftstrafen verurteilt. Das Trio hat im September 2004 mehrere Bündner Schüler misshandelt.

Die Bündner Schüler waren in Lugano von einheimischen Jugendlichen angegangen worden. Daraus entwickelte sich eine Schlägerei. Als die Polizei eintraf, war aber die Rauferei keineswegs zu Ende. Im Gegenteil: Das Eingreifen der Ordnungshüter schilderten sie anschliessend als «brutal, willkürlich und masslos». Die Polizisten hätten auf verängstigte Schüler eingeschlagen, die sich in keinster Weise gewehrt hätten.

Staatsanwalt Marco Villa kam zum Schluss, dass die Vorwürfe der Churer Schüler glaubwürdig sind. Er verurteilte deshalb die drei Polizisten im Alter von 25 bis 28 Jahren wegen Amtsmissbrauch und Körperverletzung per Strafbefehl zu 10, 15 und 30 Tagen Haft bedingt.

Während Villa am Dienstag für eine Stellungnahme nicht erreichbar war, bestätigten die Anwälte der in den Fall verwickelten Personen entsprechende Berichte von Tessiner Medien. Falls die Polizisten gegen den Strafbefehl Beschwerde einreichen, wird der Fall vor Gericht aufgerollt.

(sda)

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