Aktualisiert 05.03.2008 10:08

Tessiner Prügel- Polizisten verurteilt

Drei Tessiner Polizisten sind vom Bezirksgericht in Bellinzona wegen Amtsmissbrauch zu bedingten Geldstrafen zwischen 520 und 720 Franken verurteilt worden. Sie wurden für schuldig befunden, bei einem Einsatz Bündner Schüler geschlagen zu haben.

Der Vorfall ereignete sich am Abend des 18. September 2004 auf der Piazza Cioccaro in Lugano. Die Polizei war damals ausgerückt, um eine Schlägerei zwischen Bündner und Tessiner Jugendlichen zu unterbinden.

Bei der Festnahme sollen die Churer Kantonsschüler, die sich auf einer Schulreise im Tessin befanden, geschlagen und getreten worden sein. Sie kritisierten das Eingreifen der Polizei als brutal, willkürlich und masslos. Die Tessiner Staatsanwaltschaft verurteilte die drei angezeigten Polizisten deshalb im Dezember 2006 zu 10, 15 und 30 Tagen Haft bedingt.

Die Polizisten zogen die Urteile jedoch ans Bezirksgericht weiter. Richter Siro Quadri kam am Dienstagabend zum Schluss, dass das Vorgehen der damals 24, 25 und 26 Jahre alten Polizisten in der Tat unangemessen war. Teilweise hiess er aber die Argumentation der Verteidigung gut, die sich auf das Prinzip «In dubio pro reo» berief und auf Freispruch plädierte.

Anwälte wollen Urteil anfechten

Die Aussagen der Polizisten und der Schüler gingen diametral auseinander. Die Verteidigung stellte die Version der Schüler in Frage, weil einige von ihnen zum Tatzeitpunkt alkoholisiert waren. Die Polizisten hätten sich vor Aggressionen schützen müssen.

Obwohl das Urteil des Richters milder ausfällt als der Strafbefehl, werden die Anwälte dagegen wohl Beschwerde einreichen, wie einer von ihnen am Mittwoch auf Anfrage sagte. Er bestätigte entsprechende Berichte von Tessiner Medien.

(sda)

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