Zukunftsmusik: Testlauf für kontaktloses Zahlen
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ZukunftsmusikTestlauf für kontaktloses Zahlen

Kontaktloses Bezahlen an Kassen und Automaten mittels Mobiltelefon und Kreditkarte könnte in der Schweiz schon bald Realität werden.

Ein Pilotversuch soll nun die technische und betriebliche Machbarkeit sowie die Nutzerfreundlichkeit aufzeigen, um die Chancen für eine Markteinführung abschätzen zu können.

Hinter dem Pilotversuch stehen neben der Grossbank Credit Suisse die PostFinance, Swisscard und Swisscom, aber auch Telekurs Multipay und das Kartenunternehmen Visa Europe. Technologische Basis für das kontaktlose Bezahlen ist die so genannte «Near Field Communication»-Technologie (NFC), wie die Unternehmen am Freitag mitteilten. Mit NFC können Daten berührungslos von einem Gerät auf das andere übertragen werden, wenn die Geräte ein bis zwei Zentimeter auseinander liegen. Auf dem Mobiltelefon wird dabei eine spezielle Software installiert. Damit kann dann an Kassen und Automaten durch das Hinhalten an einen kontaktlosen Kartenleser bequem gezahlt werden. Die Abrechnung der Zahlung erfolgt über die normale Kreditkartenrechnung. Ziel ist es, den Bezahlungsprozess vor allem an Orten mit hohen Frequenzen wie zum Beispiel Supermärkten einfacher, schneller und bequemer zu machen.

Mit dem Pilotversuch wird in der Schweiz erstmals das Bezahlen mit NFC getestet. 150 Mitarbeiter der Projektpartner werden von September bis November 2008 die Möglichkeiten in ausgewählten Personalrestaurants ausprobieren. Die Unternehmen weisen darauf hin, dass bis zu einer Markteinführung noch viele Voraussetzungen zu erfüllen wären: So müssen die Mobiltelefone NFC-fähig sein und die Terminals mit kontaktlosen NFC-Schnittstellen ausgerüstet werden. Nicht zuletzt müsse für Handel und Konsumenten das Preismodell stimmen und die Software und die operativen Prozesse müssten einwandfrei funktionieren.

Damit die Zahlung möglichst schnell erfolgen kann, soll bei Zahlungen bis zum Betrag von 40 Franken keine standardmässige Eingabe einer persönlichen Identifikationsnummer (PIN) mehr nötig sein, wie die Unternehmen zur geplanten Praxis schreiben. Bei höheren Beträgen soll der PIN dagegen immer verlangt werden. Bei mehreren Transaktionen unter 40 Franken soll aus Sicherheitsgründen nach einer bestimmten Anzahl automatisch die PIN verlangt werden. Laut den Initianten des Pilotversuchs ist bei Diebstahl auch beim kontaktlosen Bezahlen mit Mobiltelefon und Kreditkarte die sofortige Sperrung möglich. «Die Datensicherheit ist wie bei traditionellen kartenbasierten Zahlungsmitteln sichergestellt. Missbräuchliche Zahlungen von Dritten werden durch den Herausgeber des Zahlungsmittels im Rahmen der Allgemeinen Geschäftsbedingungen übernommen», heisst es. (dapd)

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