Transsportler: «Testosteron macht einen Sportler nicht trainierter»
Aktualisiert

Transsportler«Testosteron macht einen Sportler nicht trainierter»

Für Janna Kraus von Transgender Network Switzerland sollen Transmenschen im Sport in Zukunft kein Tabuthema mehr sein.

von
Herbie Egli
1 / 3
Fabienne Peter ist die erste Transfrau in einer Frauenmannschaft im Schweizer Eishockey.

Fabienne Peter ist die erste Transfrau in einer Frauenmannschaft im Schweizer Eishockey.

20 Minuten/lb
Für den Basler EHC spielt sie in dieser Saison zum ersten Mal in einer Frauenmannschaft.

Für den Basler EHC spielt sie in dieser Saison zum ersten Mal in einer Frauenmannschaft.

EHC Basel
In der Männer-Garderobe hat sie sich immer unwohl gefühlt. Bei den Frauen fühle sie sich nicht mehr fremd.

In der Männer-Garderobe hat sie sich immer unwohl gefühlt. Bei den Frauen fühle sie sich nicht mehr fremd.

20 Minuten/lb

Frau Kraus, Transmenschen machen vermehrt Schlagzeilen im Sport. Nehmen solche Meldungen in Zukunft zu?

Idealerweise würde es Berichte mit Fokus auf Transition und Identität gar nicht mehr brauchen. Ziel ist es, dass das Individuum und die sportliche Leistung gewürdigt werden.

Ist es für Transmenschen einfach, beim Verband eine neue Lizenz zu erhalten?

Das ist sehr unterschiedlich. Die Richtlinien des IOC und der Welt-Anti-Doping-Agentur geben eine Vorgehensweise vor, sind aber für die Verbände nicht direkt verpflichtend. Diese erweitern allerdings ihre eigenen Reglemente, sodass in Zukunft Sicherheit und Transparenz bestehen.

Ist die Körperbelastung für einen Transmenschen im Sport grösser, wenn er sich einer Hormonbehandlung unterzieht?

Einzelne Phasen der Hormonbehandlung haben natürlich einen Einfluss auf die körperliche Fitness. Testosteronblocker können phasenweise Gefühle von Schlappheit auslösen. Aber genauso unterliegen Cis-Sportler und -Sportlerinnen Schwankungen aufgrund ihres Hormonspiegels.

Verstehen Sie die Kritik der Cis-Sportler und -Sportlerinnen, die sich benachteiligt fühlen?

Die meisten Befürchtungen basieren auf der Vorstellung, dass Testosteron verherrlicht und als Erfolgsgarantie gesehen wird. Weder Hormonstatus noch Chromosomen oder Genitalien machen einen Menschen geschickter oder trainierter in einer Sportart.

Ist ein Transmensch im Sport konkurrenzfähig?

Das entscheidet nicht das Geschlecht. Man muss auch bedenken, wie absurd die Situation werden kann, wenn man die Geburtsurkunde als letzte Instanz sieht.

Deine Meinung