Aktualisiert 28.02.2012 14:21

Schnurri Beni Thurnheer

«Testspiele übertragen? Völlig sinnlos!»

Am Mittwoch spielt die Schweiz gegen Argentinien. Wie immer, wenn die Nati kickt, kann die ganze Nation via TV mit dabei sein. Gar nicht nötig, findet ausgerechnet Ex-Nati-Schnurri Beni Thurnheer.

von
fbu
Fussball ist sein Leben: Der ehemalige SF-Kommentator Beni Thurnheer.

Fussball ist sein Leben: Der ehemalige SF-Kommentator Beni Thurnheer.

Jahrelang war es sein Job, die Spiele – und zwar alle Spiele – der Schweizer Nationalmannschaft zu betreuen. Und nun spricht sich ausgerechnet Beni Thurnheer gegen die Übertragung der Testspiele der Nati aus.

«Als Privatmann finde ich: Man sollte Freundschaftsspiele der Schweizer Fussball-Nationalmannschaft nicht mehr übertragen. Das ist völlig sinnlos», sagt Beni Thurnheer gegenüber der neusten Ausgabe des Fussball Magazins «Tschutti Heftli». «Da wird nur ein wenig ausprobiert. In der zweiten Halbzeit kommen sechs Neue und es gibt keine Automatismen.»

Der frühere Kommentator der Nati-Spiele steht sicherlich nicht alleine da mit seiner Meinung. Nicht alle interessiert es, wie die Truppe von Ottmar Hitzfeld in einem Trainingsspiel kickt. Ausser es stehen attraktive Gegner auf dem Rasen, dann wollen doch alle zusehen. Da muss auch Thurnheer relativieren: «Ich rede natürlich nicht von Schweiz – Argentinien oder Schweiz – Holland, aber zum Beispiel Liechtenstein – Schweiz oder so.»

Konkurrenz würde übernehmen

Das SF will das Feld aber nicht den Konkurrenten überlassen, meint Thurnheer. «Als Folge unserer freien Marktwirtschaft auch beim Fernsehen würde sofort ein Konkurrent einspringen, falls das SF diese Spiele nicht mehr übertragen würde.» Grund dafür dürfte sein, dass Fussball in der Schweiz die Sportart Nr. 1 ist. «Da hat man auch bei einem Freundschafts-Länderspiel Liechtenstein – Schweiz immer noch etwa gleich viele Zuschauer wie bei einem Champions-League-Halbfinal im Handball mit Schweizer Beteiligung. Da bestimmt die Nachfrage das Angebot.»

So wird man wohl auch weiterhin den Nati-Spielern beim Kantersieg oder Grottenkick im Ländle zusehen können - ein Muss ist das ja nicht, man kann den Fernseher zur Not auch einfach abschalten.

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