Teststrecke geklaut: China-Schwebebahn vor dem Aus
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Teststrecke geklaut: China-Schwebebahn vor dem Aus

Stolz waren die Chinesen auf ihre in Eigenregie entwickelte Magnet-Schwebebahn, die die beste der Welt hätte werden sollen. Nun haben dreiste Diebe der Transrapid-Zukunft einen Riegel geschoben.

Mehr als drei Millionen Euro (rund 4,8 Millionen Franken) steckte die chinesische Regierung in das Prestigeprojekt. Wie DCRS Online berichtet, könnte dies völlig umsonst sein.

Vor rund zwei Jahren war die rund 425 Meter lange Teststrecke in Betrieb genommen worden und sollte für weitere Entwicklungen zur Verfügung stehen. Dies ist nun nicht mehr möglich, weil Unbekannte das Ende der Strecke gestohlen haben.

Tonnenschwere Schienen geklaut

Obwohl der Abtransport der Schienen nicht ganz einfach gewesen sein dürfte, sagten die Anwohner aus, nichts Ungewöhnliches bemerkt zu haben.

Das Personal eines in der Nähe gelegenen Restaurants ist überzeugt, dass es sich beim Diebstahl um eine Nacht- und Nebelaktion gehandelt hat. Als sie ihren Dienst antraten, seien die Schienen noch gehangen. Um zwei Uhr morgens, als sie nach Hause gingen, standen dann aber nur noch nackte Betonblöcke da.

Erfolgreiche Testfahrten

Die Posse stellt ein viel beachtetes Experiment vorläufig vor das Aus. Die Ingenieure der Universität Südwest-Jiaotong in Chengdu erforschen seit 1986 den Magnetantrieb. Sie wollten damit dem von Siemens und ThyssenKrupp konstruierten Shanghaier Transrapid als innerstädtisches Verkehrsmittel Konkurrenz machen. So bauten sie schliesslich einen 11,20 Meter langen, 2,60 Meter breiten und 3,30 Meter hohen Magnetbahnzug für 60 Passagiere. Er konnte 160 Kilometer in der Stunde fahren. Testfahrten verliefen mit grossem Erfolg, wie es von offizieller Seite hiess.

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