Apothekenverband warnt - «Manche Teststationen sind nur auf Geldmacherei aus»
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Apothekenverband warnt«Manche Teststationen sind nur auf Geldmacherei aus»

Harte Kritik für die Corona-Testzentren: Claudia Meier-Uffer, Präsidentin des Apothekenverbandes, warnt vor fehlender Seriosität und Pfusch bei den Tests.

von
Vincent Vogler
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Der Apothekenverband kritisiert Corona-Teststationen scharf.

Der Apothekenverband kritisiert Corona-Teststationen scharf.

20min/Celia Nogler
Es gebe schwarze Schafe, die die Tests nicht richtig durchführen würden. 

Es gebe schwarze Schafe, die die Tests nicht richtig durchführen würden.

20min/Celia Nogler
«Das Personal ist oft nicht ausgebildet», sagt Claudia Meier-Uffer, Präsidentin des Apothekenverbandes.

«Das Personal ist oft nicht ausgebildet», sagt Claudia Meier-Uffer, Präsidentin des Apothekenverbandes.

20min/Celia Nogler

Darum gehts

  • Pfusch und Betrug: Für Claudia Meier-Uffer, Präsidentin des Apothekenverbandes SG, AI und AR, sind manche Teststationen unseriös.

  • Vielen gehe es nur ums Geld und nicht um die Bekämpfung der Pandemie.

  • Meier-Uffer fordert daher regelmässige Kontrollen durch den Kanton.

  • Dieser greift aber erst bei anhaltenden Reklamationen durch.

Wer sich gegen eine Impfung entscheidet und dennoch an grösseren Veranstaltungen teilnehmen möchte, der muss sich mit dem einen oder anderen Gang zu einem Testzentrum auseinandersetzen. Doch Test ist nicht gleich Test, meint Claudia Meier-Uffer, Präsidentin des Apothekenverbandes in SG, AI und AR . Sie hat eine klare Meinung: Unter den Testzentren befinden sich schwarze Schafe – es wird nicht überall seriös gearbeitet.

«Wir bekommen Rückmeldungen von Patienten und Patientinnen in unseren Apotheken, dass die Tests an anderen Orten nicht so gemacht werden wie bei uns», so Meier-Uffer. Genauer: In machen Testzentren würde der Abstrich nur vorne an der Nasenspitze abgenommen werden. «Die Leute dort sind teilweise nicht ausgebildet», sagt sie. Sie habe selbst schonmal eine Patientin in ihrer Apotheke gehab, die sich in einem Testzentrum testen liess und ein negatives Ergebnis bekam. «Die Frau hatte jedoch ein schlechtes Gefühl und liess sich kurz danach bei uns nochmals testen.» Und tatsächlich: Der Abstrich in der Apotheke zeigte ein positives Ergebnis. «Das ist tragisch – es zeigt, dass manche Teststationen nur zur Geldmacherei da sind und sonst keinen Mehrwert haben», so Meier-Uffer.

Nicht zugelassene Tests durchgeführt

Fehlende Genauigkeit während der Durchführung der Tests ist aber nicht das Einzige, was die Präsidentin des Apothekenverbandes kritisiert: Angeblich sollen Tests eingesetzt werden, die nicht vom Bundesamt für Gesundheit zugelassen wurden. Weiters würden oft ausserkantonale Unternehmen illegalerweise in St. Gallen testen. «Das ist frustrierend und hilft nicht bei der Bekämpfung dieser Pandemie», sagt Meier-Uffer. Wer einen seriösen Test will, solle sich beim Arzt, einer Ärztin, im Spital oder einer Apotheke testen.

Um die Missstände anzugehen habe sie schon einige unseriöse Zentren beim Kanton St. Gallen gemeldet. Problem: «Es wird nichts unternommen, dieses Verhalten wird tragischerweise einfach toleriert.» Meier-Uffer wünscht sich gleiche Voraussetzungen für alle und regelmässige Kontrollen durch den Kanton.

Anhaltende Reklamationen führen zu Kontrollen

Der Kanton sieht sich jedoch nicht für eine regelmässige Überprüfung der Geschehnisse verantwortlich, wie das Gesundheitsdepartement des Kantons St. Gallen durchblicken lässt: «Für die fachlich korrekte Durchführung der Tests ist die für das Testzentrum zuständige medizinische Fachperson verantwortlich», erklärt das Departement auf Anfrage. Dies gelte auch für die Verwendung von zugelassenen Tests. Zudem müssen Teststationen keine kantonale Bewilligung haben. Wichtig sei, dass die verantwortliche medizinische Fachperson über eine kantonale Berufsausübungsbewilligung verfüge.

Der Kanton greife jedoch ein, wenn es Hinweise gebe, dass die Tests nicht korrekt durchgeführt werden. «Dann findet ein Austausch mit den verantwortlichen medizinischen Fachpersonen statt», so das Gesundheitsdepartement. Bei anhaltenden Reklamationen zur Qualität seien zudem Kontrollen vor Ort möglich und können zur Eröffnung von aufsichtsrechtlichen Verfahren gegen die fachlich Verantwortlichen führen.

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