Aktualisiert 08.02.2010 11:04

MedienTettamanti kauft «Basler Zeitung»

Die Verlegerfamilie Hagemann und die Publigroupe verkaufen ihre Anteile an der «Basler Zeitung Medien» an die Investoren Tito Tettamanti und Martin Wagner. Diese waren bereits beim Rechtsruck der «Weltwoche» involviert.

von
amc
Tito Tettamanti kauft zusammen mit Martin Wagner die «Basler Zeitung Medien»

Tito Tettamanti kauft zusammen mit Martin Wagner die «Basler Zeitung Medien»

Tito Tettamanti übernimmt 75 Prozent der «Basler Zeitung Medien» (BZM), der Basler Medienanwalt Martin Wagner 25 Prozent, wie es in einer Mitteilung vom Montag hiess. Über den Verkaufspreis machten die Parteien keine Angaben.

Die beiden spannen nicht zum ersten Mal zusammen: Bereits vor rund acht Jahren waren sie an der Übernahme der Jean Frey AG («Weltwoche», «Bilanz») beteiligt. Wagner übernahm damals das Verwaltungsratspräsidium und holte 2006 Roger Köppel aus Berlin zur Weltwoche zurück. Am 1. November 2006 wurde die Weltwoche Verlags AG aus der Jean Frey AG herausgelöst und an Roger Köppel verkauft.

Auch Publicitas steigt aus

Nicht nur die Familie Hagemann verkauft ihre Mehrheitsanteile an den Basler Zeitung Medien (BZM), sondern auch die PubliGroupe. Auch deren 37-Prozent-Aktienpaket geht an Tito Tettamanti und Martin Wagner. Wagner hat den Hagemanns unlängst Radio Basilisk verkauft.

Das Verhältnis zwischen BZM-Verleger Matthias Hagemann und der PubliGroupe war schon länger abgekühlt. Der Verkauf der BZM-Anteile entspreche nun der Strategie, Beteiligungen abzustossen, «die nicht mehr als strategisch gesehen werden», lässt sich PubliGroupe-CEO Hans-Peter Rohner im Communiqué zitieren.

Seit vergangenem Herbst einen Käufer gesucht

Wagner wird neuer Verwaltungsratspräsident der BZM und Verleger der «Basler Zeitung»; der bisherige Verwaltungsratspräsident Matthias Hagemann bleibt Mitglied des Verwaltungsrates. Die Familie Hagemann habe seit dem vergangenen Herbst einen Käufer für die BZM gesucht, wurde Hagemann in der Mitteilung zitiert.

Ziel der Übernahme sei, die «Basler Zeitung» als unabhängige Tageszeitung zu erhalten, liess sich Martin Wagner zitieren. Man habe ein Signal gegen die Pressekonzentration in der Schweiz setzen wollen.

Nimmt Tettamanti Kampf gegen «political correctness» wieder auf?

Tettamanti argumentierte bereits bei der Übernahme der Jean Frey AG damit, dass er eine neue «Streitkultur» anstrebe und die Gleichschaltung der Medien kritisierte. Die Weltwoche wandelte in seinem Besitz die redaktionelle Linie. Sein Ziel sei eine Zeitung, «die weder links noch political correct ist», sagte Tettamanti damals in einem Interview mit persönlich.com.

Ob der Kauf der Baz tatsächlich nur Zeichen gegen die Pressekonzentration ist, oder ob Tettamanti und Wagner auch eine neue redaktionelle Linie anstreben, wird sich wohl zeigen. Der bisherige Chefredaktor Matthias Geering bleibt zunächst am redaktionelle Ruder der Baz.

Ein erstes Ziel dürfte es wohl sein, die Baz vor allem finanziell auf gesündere Beine zu stellen. Die Tageszeitung machte trotz der Entlassung von mehr als 20 Redaktoren auch in diesem Jahr ein Minus im zweistelligen Millionenbereich. Ob es weitere Entlassungen oder Sparmassnahmen gibt, teilten die neuen Besitzer nicht mit. (amc/sda)

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