Aktualisiert

ÖV-StudieTeuere Libero-Tarife unter Beschuss

Eine Studie zeigt: Burgdorf ist das teuerste ÖV-Pflaster der Schweiz. Nun regt sich Widerstand gegen die Libero-Preise.

von
Adrian Müller
Pendler müssen tief in die Tasche greifen: Eine Studie kritisiert die teuren ÖV-Abotarife in der Region Burgdorf.

Pendler müssen tief in die Tasche greifen: Eine Studie kritisiert die teuren ÖV-Abotarife in der Region Burgdorf.

Langsame Busse, schlechte Anschlüsse, teure Billette: Burgdorf landet in einem ÖV-Städtetest der Umweltorganisation Umverkehr abgeschlagen auf dem 50 Platz.«Bei den Abopreisen ist Burgdorf gar das teuerste Pflaster der Schweiz», sagt Studienleiter Christian Harb. Bern belegt im Städteranking hinter Zürich und Genf den dritten Platz. Thun schafft es auf Rang 13.

Massgebend waren Kriterien wie Kosten, Taktdichte und Komfort: «Punkto Design der Fahrzeuge und Haltestellen ist Bernmobil mein Favorit», so Harb. Grosser Kritikpunkt seien aber in Bern wie im ganzen Libero-Tarifverbund die hohen Preise und fehlenden Lokalzonen in kleinen Agglomerationen wie Burgdorf.

Komplizierter Tarifverbund

«Das Libero-System ist kompliziert und teuer», klagt der Huttwiler Grossrat Adrian Wüthrich (SP). Die ÖV-Tarife werden bei der Angebotsplanung im Grossen Rat vom kommenden März für hitzige Diskussionen sorgen: «Bei den Ortstarifen muss man über die Bücher gehen.» Die Berner Gemeinderatskandidatin Franziska Teuscher (Grüne) hält fest: «Kurzstrecken-Pendler sollten belohnt und nicht bestraft werden.» Dem Libero-Tarifverbund sei es aber gelungen, die Preise in den Zentrumszonen um weniger als die Teuerung zu erhöhen.

Laut Libero-Sprecher Rolf Thallinger hätten tiefere Lokaltarife Einnahmeausfälle zur Folge, die die öffentliche Hand oder Sponsoren decken müssten: «Das laufend ausgebaute ÖV-Angebot der Region Bern hat seinen Preis.»

Probleme bei BLS

Weniger Gewinn trotz mehr Passagieren: Die BLS haben im ersten Halbjahr 2012 einen Gewinnrückgang um 38 Prozent auf 2,9 Millionen Franken eingefahren. Das schlechte Ergebnis kam zustande, obwohl die BLS mehr Reisende transportiert hatten und wegen der Gotthardtunnel-Sperre höhere Trassee-Einnahmen erzielten. Im Vergleich zum Vorjahr verzeichnete die Bahn eine Zuwachs um 6 Prozent auf 26,6 Millionen Passagiere.

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