French Open: Teufelskerl Wawrinka ringt Tsonga nieder
Aktualisiert

French OpenTeufelskerl Wawrinka ringt Tsonga nieder

Bei den French Open kommt es zum Schweizer Duell. Stanislas Wawrinka verdient sich den Vergleich mit Roger Federer mit einer heroischen Leistung gegen Jo-Wilfried Tsonga.

Wawrinka vollendete nach 4:03 Stunden eine grosse Aufholjagd und siegte 4:6, 6:7 (3:7), 7:6 (7:5), 6:2, 6:3. Er zeigte einmal mehr, dass eine Partie für ihn wirklich erst mit dem letzten Punkt vorbei ist, hatte er doch lange wie der sichere Verlierer ausgesehen. Tsonga führte im dritten Satz schon 4:1 und war dann auch im Tiebreak nur noch zwei Punkte vom Sieg entfernt, ehe Wawrinka doch noch eine Lösung fand. In den letzten beiden Abschnitten war er dann physisch klar stärker.

Damit hat er nach seine durchwachsene europäische Sandsaison auf einen Schlag gerettet. Am Sonntag wird nun die Aufgabe aber noch einmal ungleich schwerer. Er trifft nicht nur auf einen viel ausgeruhteren Gegner, sondern auch auf einen Freund, gegen den er bisher kein Mittel fand. Im Head-to-Head steht es 8:1 für Federer, der zudem in den letzten zwölf Monaten die Major-Duelle in Paris und Melbourne problemlos für sich entschied

Federer und der «Anciennitätsvorteil»

Wie am French Open 2010 (6:3, 7:6, 6:2 Federer im Achtelfinal) und Australian Open 2011 (6:1, 6:3, 6:3 Federer im Viertelfinal) kreuzen damit die beiden Davis-Cup-Kumpels die Rackets. Vieles spricht für Federer: Erstens hatte er bisher deutlich weniger Zeit auf dem Platz verbracht (4:53 gegenüber 8:08) und zweitens hat er auch den klaren mentalen Vorteil gegenüber seinem jüngeren Landsmann, der durch die Promotion von Lausanne unter der Woche auch fussballerischen Grund zur Freude hatte.

Federer hat acht der neun Duelle gewonnen und im Gegensatz zu Wawrinka dabei die Freundschaft besser ausblenden können. «Ich bin mir dieser Tatsache bewusst», so Federer, «vielleicht ist dies, weil ich ihn erst kenne, seit er 14 ist. Ich bin für ihn etwa das, was Marco (Chiudinelli), Michi (Lammer) oder Yves (Allegro) für mich sind. Ich kenne diese drei schon so lange, dass ich gegen sie kaum spielen kann.» Federer, der ohnehin nie einen Gegner unterschätzt, wird sich aber hüten, zu fest auf diese «Anciennitätsregel» zu setzen: «Ich weiss, wie gefährlich er ist und er hat das hier auch letztes Jahr schon gezeigt. Er hatte zum Satzausgleich serviert und das Tiebreak war eng. Bei 1:1 wäre dies damals eine ganz andere Partie geworden.»

Der Wawrinka von 2010 ist nicht aber mehr mit demjenigen von heute zu vergleichen. Er spielt mit deutlich mehr Selbstvertrauen und traut sich auch die ganz grossen Coups zu. Auch am Sonntag: «Ich denke, ich habe meine Chance. Zuerst will ich aber den Sieg geniessen, gegen einen Franzosen auf dem Centre Court und nach diesem Rückstand, ist schon speziell.»

French Open, Grand-Slam-Turnier (21,757 Mio Franken/Sand). 3. Runde

Männer:

Roger Federer (Sz/3) s. Janko Tipsarevic (Ser/) 6:1, 6:4, 6:3

Stanislas Wawrinka (Sz/14) s. Jo-Wilfried Tsonga (Fr/17) 4:6, 6:7 (3:7), 7:6 (7:5), 6:2, 6:3.

Richard Gasquet (Fr/13) s. Thomaz Bellucci (Br/23) 6:2, 6:3, 3:6, 6:3.

Gael Monfils (Fr/9) s. Steve Darcis (Be) 6:3, 6:4, 7:5

Albert Montanes (Sp) s. Michail Juschni (Russ/12) 6:1, 7:6 (7:0), 6:1

David Ferrer (Sp/7) s. Sergij Stakhovsky (Ukr/31) 6:1, 6:1, 6:2

Fabio Fognini (It) s. Guillermo Garcia-Lopez (Sp/30) 4:6, 6:3, 6:3, 6:1

Frauen:

Vera Swonarewa (Russ/3) s. Anastasia Rodionova (Au) 6:2, 6:3.

Daniela Hantuchova (Slk/28) s. Caroline Wozniacki (Dä/1) 6:1, 6:3

Francesca Schiavone (It/5) s. Shuai Peng (Chn/29) 6:3, 2:1 w.o.

Gisela Dulko (Arg) s. Samantha Stosur (Aus/8) 6:4, 1:6, 6:3

Jelena Jankovic (Ser(10) s. Bethanie Mattek-Sands (USA) 6:2, 6:2.

Swetlana Kuznetsova (Russ/13) s. Rebecca Marino (Ka) 6:0, 6:4.

Marion Bartoli (Fr/11) s. Julia Görges (De/17) 3:6, 6:2, 6:4 (si)

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