Aktualisiert 08.09.2009 22:27

Wegen SchädenTeure Autos werden oft nicht abgeschleppt

Beim Falschparkieren herrscht in der Schweiz eine Zweiklassengesellschaft. Damit nichts kaputtgeht, werden Offroader und Sportwagen zum Teil nicht abgeschleppt.

von
Nico Menzato

«Es wird immer schlimmer mit all den Offroadern und tiefergelegten Sportwagen», sagt Guido Zubler, Geschäftsführer der Autohilfe Zürich. Sein Problem: Solche Gefährte sind schwieriger abzuschleppen als normale Wagen, wie Radio 1 berichtete. «Bei Allradautos etwa müssen wir hinten Rollen montieren, und bei tiefergelegten Sportwagen ­kommen wir zum Teil nicht gut an die Achse ran», so Zuber zu 20 Minuten. Um dem Risiko von Schäden aus dem Weg zu gehen, drücke man ab und an ein Auge zu. «Ist doch klar, dass meine Angestellten zuerst die kleinen Autos abschleppen – und insgeheim hoffen, dass der teure Bentley oder Lamborghini weg ist, wenn sie zurückkommen», so der Chef des 44-Mann-Betriebs. Während also «normale» Lenker ihr Auto abholen und eine saftige Busse bezahlen müssen, ist die Sache für reiche Besitzer von Luxusautos – wenn überhaupt – mit einer kleinen Busse erledigt.

In der Stadt Zürich werden pro Jahr rund 3000 Autos abgeschleppt – die Mehrheit von der Polizei. Bei Aufträgen von Privatpersonen erhalten Abschleppfirmen pauschal 350 Franken. Verur­sachen sie Kratzer oder gar schlimmere Schäden, übernimmt die Haftpflicht.

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