Meilen ZH: Teure Dusch-Toiletten geklaut – Trio verurteilt

Aktualisiert

Meilen ZHTeure Dusch-Toiletten geklaut – Trio verurteilt

Zehn Dusch-WCs im Wert von je 2500 Franken waren von einer Baustelle verschwunden. Der hoch verschuldete angebliche Drahtzieher kam im Luxusauto zur Urteilseröffnung.

von
20M
Auf der Baustelle des Spitals Zollikerberg verschwanden im Oktober 2011 zehn Dusch-Toiletten.

Auf der Baustelle des Spitals Zollikerberg verschwanden im Oktober 2011 zehn Dusch-Toiletten.

Was nicht alles von einer Baustelle gestohlen wird: Im Oktober 2011 fehlten in einem Magazin auf dem Areal des Spitals Zollikerberg plötzlich zehn Dusch-Toiletten im Wert von je 2500 Franken. Der Verdacht fiel rasch auf vier Personen: den Chef einer inzwischen pleitegegangenen Sanitärfirma (27, Kroate), dessen Stellvertreter (41, ebenfalls Kroate), einen Angestellten (27, Schweizer) sowie einen ehemaligen Lehrling.

Dieser brachte den Fall mit seinen Aussagen ins Rollen. Er wurde laut «Zürichsee-Zeitung» separat zu einer Geldstrafe verurteilt. Die drei anderen bestritten vor dem Bezirksgericht Meilen aber kürzlich jede Schuld am Diebstahl und belasteten umgekehrt den Lehrling – er wolle sich an seinem ehemaligen Team rächen.

Doch die Einzelrichterin glaubte dem Trio nicht und ortete bei diesem «Bereicherungsabsicht». Der Angestellte kassierte eine bedingte Geldstrafe von 10'800 Franken, der stellvertretende Chef eine ebensolche von 9000 Franken – einzig der angebliche Drahtzieher, der Firmenchef, wurde mangels Beweisen freigesprochen.

«Respektlosigkeit gegenüber Staat und Recht»

Allerdings wurde er wegen anderer Delikte zu einer Geldstrafe von 4500 Franken und einer Busse von 500 Franken verurteilt. So erwischte ihn die Polizei trotz Führerausweisentzug mehrmals hinter dem Steuer, zudem fand sie bei einer Kontrolle in seinem Auto einen waffenscheinpflichtigen Schlagstock.

Seine Strafen verhängte die Einzelrichterin unbedingt, weil der Angeklagte wegen ähnlicher Delikte mehrfach vorbestraft ist. Sie sprach von «Respektlosigkeit gegenüber Staat und Recht». Dazu passe sein verspätetes Erscheinen zur Gerichtsverhandlung. Zur Urteilseröffnung fuhr der hoch verschuldete Kroate in einem Luxusauto vor. Von den verschwundenen Dusch-WCs fehlt bis heute jede Spur.

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