Kunden-Zufriedenheit: Teure Krankenkassen schneiden nicht besser ab
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Kunden-ZufriedenheitTeure Krankenkassen schneiden nicht besser ab

Die Schweizer Versicherten sind mit ihren Krankenkassen ziemlich zufrieden. Die Höhe der Prämien ist dabei nicht der entscheidende Faktor.

von
lin
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Nach der Behandlung ist man oft auf Hilfe der Krankenkasse angewiesen. Die Schweizer Versicherten stellen dabei ihren Kassen generell ein gutes Zeugnis aus.

Nach der Behandlung ist man oft auf Hilfe der Krankenkasse angewiesen. Die Schweizer Versicherten stellen dabei ihren Kassen generell ein gutes Zeugnis aus.

Keystone/Gaetan Bally
Gemäss einer neuen Umfrage des Vergleichsportal bonus.ch schneiden die ÖKK und Swica mit einer Note von 5,4 am besten ab.

Gemäss einer neuen Umfrage des Vergleichsportal bonus.ch schneiden die ÖKK und Swica mit einer Note von 5,4 am besten ab.

Keystone/Gaetan Bally
Im Mittelfeld - aber immer noch gut - schneidet etwa die KPT/CPT (Note 5,3) ab.

Im Mittelfeld - aber immer noch gut - schneidet etwa die KPT/CPT (Note 5,3) ab.

Keystone/Christian Beutler

Die Kunden von ÖKK und Swica sind mit ihrer Krankenkasse am zufriedensten. Das zeigt eine neue Umfrage des Vergleichportals Bonus.ch, wo beide Kassen die Note 5,4 erhielten. Insgesamt schnitten 13 Kassen mit einer Note von 5 oder höher ab. Am tiefsten fällt der Wert bei Supra mit 4,6 aus. Ebenfalls eine vergleichsweise tiefe Zufriedenheit weisen Sanagate (4,7), Intras (4,8), Avenir (4,8) und Assura (4,8) auf.

Laut dem Vergleichsportal haben insgesamt rund 1900 Personen die Versicherer in den Kategorien «Vertragsabwicklung», «Bearbeitung der Leistungen» und «Kundenservice» bewertet. 6 ist dabei die beste Note. Sanagate oder Assura, die von ihren Kunden nur mässig gut bewertet wurden, profilieren sich vor allem mit günstigen Prämien. Die CSS-Tochter Sanagate beispielsweise ist eine reine Online-Versicherung, persönlichen Kontakt gibt es nur übers Telefon.

Günstig nicht unbedingt schlechter

«Es mag für einzelne Kassen stimmen, dass sie günstige Prämien anbieten und dafür beim Kundendienst sparen», sagt Arnaud Welti von Bonus.ch. «Es lässt sich aber nicht beobachten, dass günstigere Kassen bei der Kundenzufriedenheit generell schlechter abschneiden». Gleiches gelte allerdings auch für die teureren Kassen: Sie rangieren in Sachen Kundenzufriedenheit nicht unbedingt höher als billige.

Die Zufriedenheit der Versicherten mit ihren Kassen ist laut der Umfrage vor allem in der Deutschschweiz hoch: 77 Prozent bewerteten ihre Kasse mit «gut» bis «sehr gut». In der lateinischen Schweiz sind die Zahlen mit knapp 64 Prozent (Westschweiz) und rund 69 Prozent (Tessin) deutlich tiefer, und «das, obwohl die Prämienerhöhungen in der Deutschschweiz in den vergangenen Jahren höher waren», so Welti. Er erklärt die Unterschiede vor allem damit, dass die Einstellung gegenüber dem Gesundheitssystem in der lateinischen Schweiz generell kritischer sei.

Zahl der Fälle bei Ombudsstelle stabil

Jeweils im September, wenn die definitiven Prämien fürs kommende Jahr bekannt gegeben werden, ist der Ärger über die meist steigenden Gesundheitskosten gross. Im Gegensatz zu den Prämien nimmt der Ärger, den die Versicherten mit ihren Krankenkassen haben, aber offenbar kaum zu. Diesen Schluss lässt jedenfalls die Entwicklung der durch die Ombudsstelle Krankenkasse behandelten Fälle zu.

2015 bearbeitete die Ombudsstelle 5521 Dossiers, 4,3 Prozent mehr als noch im Vorjahr. Die Zunahme wird laut dem jüngsten Geschäftsbericht vor allem auf die restriktivere Überprüfung der Leistungen durch die Krankenkassen zurückgeführt. Zudem bräuchten auch immer mehr Versicherte Hilfe, weil sie die Schreiben oder Abrechnungen der Krankenkassen nicht verstünden. Die Zahl der behandelten Fälle stagniert aber insgesamt auf einem ähnlichen Niveau wie noch 2006.

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