Aktualisiert 15.12.2010 23:08

OberglattTeure Zigarette im Zug-WC

Eine heimlich gerauchte Zigarette im Zug-WC wird ein Lüftungsmonteur aus Oberglatt teuer zu stehen kommen. Da der erwischte Raucher an eine Zugbegleiterin geriet, stand er am Mittwoch vor dem Strafrichter.

von
Attila Szenogrady

Rauchen wird immer teurer. Besonders für einen heute 35-jährigen Lüftungsmonteur aus Oberglatt. Sicher ist, dass er am vergangenen 5. Juli mit einem ICN Zug vom Flughafen in Richtung Zürcher Hauptbahnhof unterwegs war. Um 18.45 Uhr begab er sich auf die Toilette und zündete sich dort trotz eines strikten Rauchverbotes eine Zigarette an.

Beim Rauchen erwischt

Allerdings hatte der Zürcher Unterländer Handwerker die Rechnung ohne eine aufmerksame Zugbegleiterin gemacht. Die 23-jährige Beamtin in Ausbildung roch den Braten und erwischte den Nikotinsünder in flagranti. Die uniformierte Frau wollte dem Täter sogleich eine Busse von 25 Franken aufbrummen. Da der Mann keinen Ausweis auf sich trug, nahm sie sein Streckenabonnement an sich. Doch dann eskalierte die Situation. Als der Monteur bemerkte, dass die junge Frau über Funk die Bahnpolizei informierte, verlor er die Nerven. Aufgrund von offenen Bussenrechnungen befürchtete er am Hauptbahnhof seine sofortige Verhaftung und verlangte sogleich sein Abo zurück.

«Eine in die Fresse hauen»

Als sich die Frau weigerte, ging der aufgebrachte Fahrgast laut Anklage zum Angriff über. Er packte die schockierte Kontrolleurin an ihrer Hand und drohte ihr mit geballter Faust, dass er ihr «eine in die Fresse hauen» würde. Die Geschädigte gab nach und liess ihren Gegner am Hauptbahnhof zunächst laufen. Doch dann erstattete sie Anzeige bei der Polizei. Wobei sie laut einer Zeugin völlig aufgelöst war, zitterte und weinte.

Drohung bestritten

Am Mittwoch musste sich der bereits finanziell hoch verschuldete Mann aus Oberglatt wegen Gewalt und Drohung gegen Beamte vor dem Bezirksgericht Zürich verantworten. Der Antrag der Anklage fiel mit einer bedingten Geldstrafe von 20 Tagessätzen zu 30 Franken eher milde aus. Aufgrund der drohenden Auferlegung der geschätzten Gerichtskosten von weit über 1000 Franken dürfte es für ihn trotzdem recht teuer werden.

Vor den Schranken zeigte er sich in der Sache im Wesentlichen geständig, stellte aber eine Drohung in Abrede. Dies habe die Zugbegleiterin bloss erfunden, wehrte er sich. Allerdings wurde an der Verhandlung schnell klar, dass das Gericht der Version der Geschädigten Glauben schenkte. Trotzdem kam es noch zu keinem formellen Urteil. Der Entscheid wird dem Raucher schriftlich zugestellt.

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