Wohntraum: Teurer Boden zwingt Schweizer ins Reihenhüsli

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WohntraumTeurer Boden zwingt Schweizer ins Reihenhüsli

Laut einer Studie ist das Einfamilienhaus nicht mehr ganz so im Trend. An Attraktivität gewonnen hat hingegen das Reihenhaus.

von
Dominic Benz
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Gut die Hälfte der Schweizer wünscht sich ein Einfamilienhaus. Das ist das Resultat der «Wohntraumstudie» von Moneypark und Alacasa.ch.

Gut die Hälfte der Schweizer wünscht sich ein Einfamilienhaus. Das ist das Resultat der «Wohntraumstudie» von Moneypark und Alacasa.ch.

Keystone/Martin Ruetschi
Allerdings hat sich die Tendenz im letzten Jahr um 5 Prozent abgeschwächt.

Allerdings hat sich die Tendenz im letzten Jahr um 5 Prozent abgeschwächt.

Keystone/Gaetan Bally
6 Prozent betrachten hingegen das Reihenhaus als ideales Eigenheim – das sind dreimal mehr als noch im Vorjahr.

6 Prozent betrachten hingegen das Reihenhaus als ideales Eigenheim – das sind dreimal mehr als noch im Vorjahr.

Acilo

Wenn es ums Wohnen geht, haben die Schweizer klare Vorstellungen. So träumt jeder zweite Schweizer von einem Einfamilienhaus. Das ist das Resultat der «Wohntraumstudie» von Moneypark und Alacasa.ch. Dabei wurden Mieter und Eigentümer in der Deutsch- und Westschweiz befragt, wie sie am liebsten wohnen würden.

Allerdings hat der Wunsch nach dem allein stehenden Hüsli 2018 abgenommen. «Das Einfamilienhaus ist nicht mehr ganz so beliebt», sagt Moneypark-Chef Stefan Heitmann zu 20 Minuten. An Attraktivität gewonnen haben hingegen Reihenhäuser. Das sind die wichtigsten Resultate der Studie:

Immobilientyp

Gut die Hälfte der Schweizer wünscht sich ein Einfamilienhaus. Allerdings hat sich die Tendenz im letzten Jahr um 5 Prozent abgeschwächt. Einen Aufschwung erlebt derzeit aber das Reihenhaus. 6 Prozent betrachten ein solches als ideales Eigenheim – das sind dreimal mehr als noch im Vorjahr. Laut Studie liegt das an den gestiegenen Preisen für Einfamilienhäuser. Vor allem in den Städten seien die Kaufpreise zwischen drei und vier Prozent höher. Günstiger sind hingegen Reihenhäuser. «Eigentümer können sich etwa die Kosten für die Infrastruktur teilen», sagt Heitmann. Zudem baue man wegen der verdichteten Bebauung immer mehr Reihenhäuser. «Das drückt auf das Angebot der Einfamilienhäuser.» Viele Schweizer würden sich von dieser Entwicklung inspirieren lassen. Für rund ein Fünftel der Schweizer ist die Attikawohnung oder das Stockwerkeigentum das höchste der Gefühle.

Ausgaben

Nach wie vor zahlen Mieter fürs Wohnen deutlich mehr als Eigenheimbesitzer. «Wegen den anhaltend tiefen Hypothekarzinsen sind die Finanzierungskosten für Wohneigentum enorm tief», sagt Heitmann. So geben drei Viertel der Eigentümer nur bis zu einem Fünftel ihres monatlichen Einkommens für die Immobilie aus. Hingegen steckt jeder zweite Mieter zwischen 20 und 35 Prozent seiner Einkünfte ins Wohnen. Laut Heitmann sollen das Eigenheim oder die Miete nicht mehr als ein Drittel des Einkommens beanspruchen. Bei den Mietern lägen die Kosten aber häufig noch höher. «Das ist nicht mehr vernünftig», so der Experte. Eigentümer würden dagegen meist deutlich weniger als ein Drittel ihrer Einkünfte aufwenden.

Umgebung

Schweizer haben eine Vorliebe für eine ruhige Umgebung und den Blick ins Grüne: Mehr als jeder Dritte will auf dem Land oder in einem Dorf wohnen. Jeder Vierte bevorzugt hingegen die Agglomeration. Nach der Stadt sehnen sich 15 Prozent. Allerdings zieht es nur jeden zehnten Eigentümer ins urbane Zentrum, während 42 Prozent das Land bevorzugen. Grund sind die tieferen Kaufpreise sowie die einfachere und günstigere Kinderbetreuung, so die Studie. Im Grünen wollen sich allerdings nicht einmal ein Drittel der Mieter niederlassen. Ein Fünftel träumt dafür vom Wohnen in der Stadt.

Wohnkriterien

Bei der Wahl einer Bleibe sind die Kosten ausschlaggebend. Rund zwei Drittel der Deutschschweizer schauen als Erstes auf die Höhe des Kaufpreises oder der Miete. Auf die laufenden Kosten für die Immobilie schaut ein Drittel. Ebenfalls wichtig ist der Ausbaustandard der Küche und des Bads. Mehr als zwei Drittel der Schweizer achtet darauf, dass es an ihrem Wohnort ruhig ist. Fast so wichtig sind der Garten sowie ein Balkon, die ÖV-Anbindung, Einkaufsmöglichkeiten oder die Aussicht. Für jeden zweiten Deutschweizer ist zu dem die Nähe zum Arbeitsplatz ein Kauf- oder Mietargument.

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