Eurokurs: Textilindustrie kämpft um ihre Zukunft
Aktualisiert

EurokursTextilindustrie kämpft um ihre Zukunft

Der starke Franken macht den Ostschweizer Textilfirmen zu schaffen. Die Branche fordert nun einen Euro-Mindestkurs von 1.35 Franken.

von
ilö
Andreas Sallmann, Präsident des Textilverbandes Schweiz.

Andreas Sallmann, Präsident des Textilverbandes Schweiz.

Die Euro-Untergrenze, die von der Nationalbank auf 1.20 Franken festgelegt wurde, reiche nicht aus, teilte der Textilverband Schweiz mit. Er fordert einen deutlich höheren Mindestkurs: «Wenn der Eurokurs nicht auf mindestens 1.35 Franken angehoben wird, besteht die Gefahr, dass noch mehr Arbeitsplätze ins Ausland verlagert werden», sagt Andreas Sallmann, Präsident des Textilverbandes Schweiz. Sallmann, der selber eine Textilfirma in Amriswil betreibt, fürchtet vor allem um die Ausbildungsplätze, die dabei verloren gehen würden.

Auch anderen Ostschweizer Unternehmern bereitet der tiefe Eurokurs Bauchschmerzen. Thomas Meyer, Geschäftsführer der Stickerei Bischoff Textil AG in St. Gallen, erklärt: «Wir spüren die Frankenstärke massiv, weil wir 90% unserer Erzeugnisse ins Ausland exportieren.» Die Auftragserlöse seien zurückgegangen, was auf die Margen schlage. Um die Einbussen auszugleichen, verzichtet die Firma auf Lohnerhöhungen und will zwei Stockwerke des Firmengebäudes vermieten. Stark betroffen ist auch die Cilander AG in Herisau, die laut CEO Vincenzo Montinaro zwei Drittel des Umsatzes in Euro generiert. «Die Margen sind wie Butter an der Sonne geschmolzen», sagt er. Die Firma sei zwar solide genug aufgestellt, um dies aufzufangen – allerdings müssen die Mitarbeiter ab 2012 auf die fünfte Ferienwoche verzichten.

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