Aktualisiert 06.03.2015 12:51

Trainings in Winterthur

Thaibox-Champion posiert vor IS-Flagge

Ein Schweizer plante zusammen mit dem Thaibox-Champion Valdet Gashi Trainings für Muslime in der Grüze. Gashi kämpft nun gegen den Vorwurf an, den IS zu verherrlichen.

von
gbr
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Dieses Foto bringt den Thaibox-Champion Valdet Gashi in Bedrängnis: Er veröffentlichte es im vergangenen Jahr auf Facebook. Stellung dazu nahm er zum «Landboten» nicht. Im Hintergrund: Die Flagge, die bei islamischen Terroristen beliebt ist.

Dieses Foto bringt den Thaibox-Champion Valdet Gashi in Bedrängnis: Er veröffentlichte es im vergangenen Jahr auf Facebook. Stellung dazu nahm er zum «Landboten» nicht. Im Hintergrund: Die Flagge, die bei islamischen Terroristen beliebt ist.

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Das Logo des Mixed-Martial-Arts-Projekts «MMA Sunna» von Valdet Gashi, mit dem er bei Winterthur Trainings anbieten wollte. Ihm gehe es darum, dass Muslime trainieren können, «ohne dabei die Regeln des Islam zu brechen». MMA Sunna gehöre «keiner Gruppe, Sekte oder Organisation an».

Das Logo des Mixed-Martial-Arts-Projekts «MMA Sunna» von Valdet Gashi, mit dem er bei Winterthur Trainings anbieten wollte. Ihm gehe es darum, dass Muslime trainieren können, «ohne dabei die Regeln des Islam zu brechen». MMA Sunna gehöre «keiner Gruppe, Sekte oder Organisation an».

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In der Grüze bei Winterthur wollten ein Schweizer und der mehrfache Thaibox-Champion Valdet Gashi Thaibox-Unterricht nach den Regeln des Korans anbieten, berichtet der «Landbote». Laut der Zeitung sind die Trainings für strenggläubige Muslime geeignet. Der Champion beschreibt sein Vorhaben – er nennt das Projekt MMA Sunna, für «Sunnitische Mixed Martial Arts» – so: «Es trainieren nur Männer, es läuft keine Musik, keine Beleidigungen, kein Fluchen oder Schimpfwörter, kein aggressives Verhalten innerhalb und ausserhalb des Trainings.»

Doch vorerst bleiben die Boxhandschuhe am Nagel hängen. Auch dies verkündet Gashi auf seinem Profil. Er nehme eine «Auszeit» – daran schuld seien «einige Vollidioten (tut mir leid für die Wortwahl)», die behaupten würden, «dass dort irgendwelche Extremisten ausgebildet werden.» Gashi schreibt, der Club «gehört keiner Gruppe, Sekte oder Organisation an» – doch nun sehe man sich «dank eurer Hetzerei und Lügen ... gezwungen, das Projekt erst einmal einzustellen.»

Gashi mit Dschihad-Flagge

Die Extremismus-Vorwürfe, so der «Landbote», beziehen sich auf ein Facebook-Foto, das den Champion vor einer Flagge zeigt, die von Al-Kaida, von Boko Haram und vom IS im Dschihad benutzt wird. Kriegs-Reporter und Extremismus-Experte Kurt Pelda sagt dazu in der Zeitung: «Wer eine solche Fahne aufhängt, muss sich den Vorwurf gefallen lassen, mit der Al-Kaida oder dem IS zu sympathisieren.»

Der «Landbote» verweist zudem auf ein zweites Facebook-Profil, auf dem ein User unter Valdet Gashis Namen den heiligen Krieg glorifiziert habe. Gashis Bruder sagt dazu allerdings, dieses Profil sei eine Fälschung: Jemand wolle seinem erfolgreichen Bruder schaden. Wenige Tage nach den Recherchen des «Landboten» sei das Profil gelöscht worden. Das angebliche Fake-Profil sei bei der deutschen Polizei gemeldet worden, so ein Thaibox-Fan aus Berlin.

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