17.10.2020 11:37

Drei Finger in die Luft-BewegungThailänder protestieren gegen Militärregime unter Ministerpräsident Prayut

In Thailand wird gegen das korrupte Militärregime unter Ministerpräsident Prayut demonstriert. Die Regierung nutzt jedoch die Corona-Pandemie, um den Volksaufstand mit allen Mitteln zu unterdrücken.

von
Bianca Lüthy

Darum gehts

  • In Thailand demonstriert das Volk gegen die Militärregierung.

  • Die Bewegung führen hauptsächlich Junge an, die die Monarchie in Frage stellen.

  • Es ist das erste Mal in der modernen Geschichte, dass das thailändische Volk Kritik am König übt.

Drei Finger in die Luft – das ist das Symbol der thailändischen Protestbewegung. Der Gruss gilt als Zeichen des Widerstands gegen die Militärregierung. So wird zur Zeit gegen die Regierung unter Ministerpräsident Prayut Chan-o-cha demonstriert. Die Proteste fingen bereits vor Monaten an, mit dem durch die Corona-Pandemie erlassenen Notrecht hat die thailändische Regierung der Protestbewegung jedoch einen Dämpfer verpasst.

Obwohl: Das südostasiatische Land hat seit Mai keine inländischen Corona-Fälle mehr registriert, doch hat die Regierung das Notrecht bis Ende Oktober verlängert. So kann die Polizei Menschenansammlungen ohne Grund auflösen und Demonstranten bis zu 30 Tage ohne triftigen Grund hinter Gitter sperren.

Auf Zuwiderhandlungen stehen hohe Geldbussen und mehrjährige Haftstrafen, während die Prayut-Regierung über ein Budget von 17 Billionen Baht verfügen kann, rund 51 Milliarden Franken, ohne über die Ausgaben Rechenschaft ablegen zu müssen.

80 Prozent weniger Tourismuseinnahmen

Dem thailändischen Volk machen die strengen Corona-Massnahmen schwer zu schaffen, so erwartet das Land 80 Prozent weniger Tourismuseinnahmen – prekär, so macht der Tourismus mindestens einen Fünftel des Bruttoinlandprodukts aus.

Doch warum demonstriert das thailändische Volk? Die Teilnehmer fordern den Rücktritt des Regierungschefs, eine Neuwahl und umfassende Reformen. Der General Prayut Chan-o-cha ist seit einem Putsch des Militärs 2014 an der Macht. Die Demokratiebewegung fordert auch ein Ende der Einschüchterung von Bürgern und politischen Gegnern und das Ende des korrupten Militärregimes, das eng mit dem König zusammenarbeitet.

Der Kampf für Demokratie im Lande ist in Thailand neu. So vergötterte das thailändische Volk König Bhumibol, der bis 2016 an der Macht war. Sein Sohn und der derzeitige König Thailands Maha Vajiralongkorn ist weitaus weniger beliebt als sein Vater. Vajiralongkorn verbringt die meiste Zeit in Bayern mit einem Harem von Frauen.

Rücktritt kommt für Ministerpräsidenten nicht in Frage

Trotz anhaltender Proteste gegen seine Regierung hat Thailands Ministerpräsident Prayut Chan-o-cha einen Rücktritt kategorisch ausgeschossen. «Ich werde nicht gehen», sagte der 66-Jährige am Freitag vor Journalisten, wie die Nachrichtenagentur SDA berichtet.

Am Freitag kam es in Bangkok erneut zu Protesten. Tausende Personen versammelten sich, das Militär war mit einem Grossaufgebot vor Ort – und sah dem friedlichen Protest nicht lange zu: Wasserwerfer wurden gegen die wehrlosen Demonstranten eingesetzt,die versuchten sich mit Schirmen zu schützen. Ähnlich wie ihre Kollegen in Hong Kong.

Demonstranten berichteten danach von Verätzungen auf der Haut und in den Augen. Demnach soll das Militär das Wasser mit einer chemischen Substanz angereichert haben, um welche es sich genau handelte konnte jedoch noch nicht ermittelt werden, wie die «Bangkok Post» schreibt. Zahlreiche Aktivisten und regierungskritische Journalisten wurden festgenommen. Für am Samstag sind in Bangkok erneut Proteste geplant.

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25 Kommentare
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Staub

18.10.2020, 08:28

Und die Königin hält in Zürich auf. Deshalb fliegt er immer zuerst von München nach Zürich, dann nach Bangkok (Sieht Flüge VHS10). Wäre es interessant, dass 20min über den Aufenthalt der Königin in Zürich berichten würde.

Emil

17.10.2020, 15:04

Auch mein Kommentar wuede gelöscht, vieleicht wegen Königsbeleidigung.

Khun

17.10.2020, 14:51

Der Westen versteht die Asiatische Kultur nicht. Die EU Generation hat ja auch kein Stimmrechte außer kommunal, da würde es sich lohnen etwas zu ändern bevor man andere Länder Massregeln will.