Aktualisiert 13.02.2009 11:58

ZugegebenThailand setzt Bootsflüchtlinge aus

Thailands Regierungschef Vejjajiva hat eingeräumt, dass Bootsflüchtlinge aus Burma in thailändischen Gewässern aufgegriffen und auf hoher See ausgesetzt worden sind. Wer genau dafür verantwortlich ist, sei aber unklar.

«Es ist unklar, wer das gemacht hat», sagte Ministerpräsident Abhisit Vejjajiva am Freitag in einem Interview mit dem US-Sender CNN. «Alle Behörden sagen, sie täten so etwas nicht, aber ich habe Anhaltspunkte für das Gegenteil.» Sollten die Verantwortlichen gefunden werden, würden sie bestraft, versicherte Abhisit.

Anfang des Jahres hatte die indische Marine Hunderte Angehörige der Rohingya-Minderheit aus Burma ausgemergelt auf hoher See gefunden und gerettet. Dutzende landeten nach teils wochenlangen Irrfahrten auch in indonesischen Gewässern.

Die Flüchtlinge berichteten, thailändische Beamte hätten sie in alten Booten ohne Motor und ohne genügend Wasser und Nahrung ausgesetzt. 300 Flüchtlinge gelten bis heute als verschollen und sind wahrscheinlich ertrunken.

Die Rohingya werden von dem Militärregime in Burma gnadenlos verfolgt. Sie erhalten keine Staatsbürgerschaft. Das Regime steht auf dem Standpunkt, dass die Muslime nach Bangladesch gehören. Tausende versuchen jedes Jahr, ihrem Heimatland zu entfliehen und Jobs in Thailand oder Malaysia zu finden.

(sda)

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