Bessere Identifikation: Thailand will Touristen mit Bändeli markieren

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Bessere IdentifikationThailand will Touristen mit Bändeli markieren

Nach dem brutalen Mord in Kho Tao an zwei britischen Backpackern will Thailand seine Besucher besser schützen - mit Sicherheitsarmbändern.

von
rok

Auf der beliebten thailändischen Ferieninsel Kho Tao kam es vor wenigen Wochen zu einem grausamen Mord an zwei jungen Briten. Die übel zugerichteten Leichen von Hannah (23) und David (24) wurden am 15. September am Strand gefunden. In Thailand hatte der brutale Mord eine Debatte über die Sicherheit von Touristen entfacht.

Jetzt will Thailand seine Touristen besser schützen und sie künftig mit Sicherheitsarmbändern ausstatten. Dies gab Tourismusministerin Kobkarn Wattanavrangkul am Dienstag bekannt.

Bald elektronische Chips für Touristen?

«Sobald Touristen in ein Hotel einchecken, bekommen sie ein Armband mit einer zu ihrer Ausweisnummer passenden Seriennummer, auf dem ausserdem auch die Anschrift ihres Hotels vermerkt sein soll», sagt Wattanavrangkul. So könnten angetrunkene oder in Not geratenen Touristen leichter identifiziert und ins Hotel zurückgebracht werden.

Als nächsten möglichen Schritt erwäge das thailändische Tourismusministerium elektronische Ortungsgeräte. Auch ein Buddy-System, bei dem Touristen lokalen Aufpassern zugewiesen würden, sei in Diskussion. Die Behörden wollen das Armband-Projekt in wenigen Wochen auf Kho Tao starten.

Auch Schweizer wären betroffen

Sollte die Bändeli-Pflicht definitiv eingeführt werden, wären auch viele Schweizer Touristen betroffen. Thailand gehört seit Jahren zu den beliebtesten Reisezeilen der Schweizer.

Schweizer Reiseveranstalter reagieren verhalten auf die angekündigte Sicherheitsvorkehrungen des thailändischen Tourismusministeriums. Von offizieller Seite sei man bisher noch nicht informiert worden, sagt Hotelplan-Suisse-Sprecherin Huguenin-dit-Lenoir. Kundensicherheit habe maximale Priorität, doch hinter die Identifikationsarmbänder stellt sie ein Fragezeichen: «Da müsste man noch sehr viele Details klären, wie etwa, was das für den Datenschutz bedeutet.»

Schlechtere Kontrolle bei Backpackern

Tui-Sprecher Roland Schmid kann die geplante Massnahmen nur schwer beurteilen. «Offiziell haben wir konkret nichts gehört.» Grundsätzlich sehe er aber bei Touristen, die mit einem Reiseveranstalter unterwegs sind, wenig Handlungsbedarf punkto Sicherheit. «Die Kunden sind registriert und werden betreut. Da wird man vermisst, wenn man fehlt.» Wenn schon, dann seien solche Bändeli eher bei Individualtouristen nötig, dort fehle die Kontrolle durch einen lokalen Veranstalter.

Auch bei Kuoni verfügt man aktuell über keine gesicherten Informationen über die geplanten Sicherheitsarmbänder. «Wir werden die Sache im Auge behalten», so Kuoni-Sprecher Julian Chan. Sollte die Tourismusbehörde diese Massnahme einführen, werde man sich aber danach richten müssen.

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