Aktualisiert 24.02.2014 09:14

Mitten in der Krise

Thailands Präsidentin flieht aus Bangkok

Am Wochenende kam es in der thailändischen Hauptstadt Bangkok erneut zu blutigen Anschlägen. Ministerpräsidentin Yingluck Shinawatra hat die Stadt aus Angst verlassen.

Ministerpräsidentin Yingluck Shinawatra ist aus Bangkok geflohen.

Ministerpräsidentin Yingluck Shinawatra ist aus Bangkok geflohen.

Nach der gewaltsamen Zuspitzung der politischen Krise in Thailand hat Ministerpräsidentin Yingluck Shinawatra Bangkok verlassen. Sie halte sich 150 Kilometer ausserhalb der Hauptstadt auf, teilte ihre Medienstelle am Montag mit.

Wie lange die Regierungschefin sich schon nicht mehr in Bangkok befindet und wo genau sie sich aufhält, teilte Yinglucks Büro nicht mit. Aussenminister Surapong Tovichakchaikul sagte vor Journalisten, für Dienstag sei eine Kabinettssitzung angesetzt. Diese werde «sehr wahrscheinlich» ausserhalb Bangkoks abgehalten.

Bombenanschlag auf Regierungsgegner

Zuletzt war Yingluck am vergangenen Dienstag in der Öffentlichkeit in der Hauptstadt gesehen worden. Seitdem war es vermehrt zu gewaltsamen Zwischenfällen gekommen.

So etwa am Wochenende, als bei einem Bombenanschlag auf Regierungsgegner in einem Bangkoker Einkaufsviertel eine Frau und zwei Kinder, ein Junge und seine Schwester, getötet wurden. Ein weiteres Kind starb bei einem ähnlichen Angriff im Osten Thailands.

Militär hält sich raus

Wer hinter den Anschlägen steckte, war nicht klar. Nur wenige Stunden zuvor hatte die regierungstreue Vereinigte Front für Demokratie gegen Diktatur (UDD) Stimmung gegen die Demonstranten gemacht, die seit Monaten Yinglucks Rücktritt fordern.

Armee-Chef Prayuth Chan-ocha erklärte unterdessen in einer Fernsehansprache, dass sich das Militär aus dem Konflikt zwischen Regierungsgegnern und Yingluck-Anhängern heraushalten werde. Er rief beide Seiten zum Dialog auf.

Das Militär hat in der Vergangenheit mehrfach in Thailand geputscht. 2006 etwa stürzte es Yinglucks Bruder, den damaligen Ministerpräsidenten Thaksin Shinawatra. 2010 schlug es aber auch eine Protestbewegung nieder. Diesmal hat die Armee sich bislang auf keine Seite geschlagen. (sda)

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