Thailand/Grossbritanien: Thaksin sucht offenbar Asyl
Aktualisiert

Thailand/GrossbritanienThaksin sucht offenbar Asyl

Der wegen Korruption angeklagte frühere thailändische Ministerpräsident Thaksin Shinawatra will nicht nach Thailand zurückzukehren, um sich dort vor Gericht zu verantworten. Stattdessen will er in Grossbritannien Asyl beantragen.

«Meine Frau und ich werden in England bleiben, wo die Demokratie eine grössere Rolle spielt», liess er am Montag in einer handschriftlichen Erklärung über die Medien in Thailand erklären. Thaksin und seine Frau Potjaman hielten sich am Wochenende in Peking auf, um die Olympischen Spiele zu besuchen.

Von dort flogen sie am Sonntagabend nach London, statt wie angenommen nach Bangkok. Das Oberste Gericht Thailands hatte Thaksin und Potjaman die Reise nach China erlaubt - unter der Auflage, dass Thaksin sich danach den Gerichtsverfahren gegen ihn stellen werde.

Nach Thaksins Erklärung erliess das Gericht einen internationalen Haftbefehl gegen das Ehepaar. Ihre drei Kinder waren bereits am Samstag von Bangkok nach Grossbritannien geflogen.

Thaksins Frau war Ende Juli wegen Steuerhinterziehung zu einer Gefängnisstrafe verurteilt worden. Da es sich um ein Urteil in erster Instanz handelt, blieb sie gegen eine Kaution von fünf Millionen Baht (rund 160 000 Franken) auf freiem Fuss.

Thaksin drohen 13 Jahre Haft

Der Milliardär Thaksin, dem seit vergangenem Sommer der Fussballclub Manchester City gehört, muss sich wegen Korruption vor Gericht verantworten. Bei einem Schuldspruch drohen ihm bis zu 13 Jahre Haft.

Thaksin war Ende Februar nach einem langen Auslandsaufenthalt in seine Heimat zurückgekehrt, wo er noch immer viele treue Anhänger hat. Seine Zeit im Ausland verbrachte Thaksin hauptsächlich in London und Hongkong.

Potjamans dubioser Kauf

Er war als Ministerpräsident Thailands im September 2006 vom Militär gestürzt worden, das ihm Amtsmissbrauch und Untergrabung der Monarchie vorwarf.

Es geht um den dubiosen Kauf von Grundstücken in Bangkok aus Staatsbesitz, die Potjaman 2003 während der Amtszeit ihres Mannes weit unter Marktpreis erstand. Thaksin kritisierte die Anklagen als politische Kampagne seiner Gegner.

Thaksin ist vor allem bei der ärmeren Bevölkerung populär. Angesichts der Korruptionsvorwürfe gerieten er und die ihm nahestehende Regierungspartei aber zunehmend in die Kritik. Kritiker werfen seinem Nachfolger Samak Sundaravej vor, eine Marionette Thaksins zu sein. (dapd)

Deine Meinung