Zu Tode gesoffen: The Coke Side of Life
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Zu Tode gesoffenThe Coke Side of Life

Natasha Harris trank täglich zehn Liter Cola. Bis sie 30-jährig starb. Nun hat eine Obduktion ergeben, dass die Brause für den Tod der achtfachen Mutter aus Neuseeland verantwortlich war.

Natasha Harris verstarb 2010 (Bild: Screenshot «One News»

Natasha Harris verstarb 2010 (Bild: Screenshot «One News»

Natasha Harris war süchtig. Nicht nach Nikotin, Alkohol oder Crack – nach Cola. Zehn Liter trank die achtfache Mutter aus Invercargill in Neuseeland den lieben langen Tag. Bis das böse Erwachen kam. Am 25. Februar 2010 fand sie ihr Lebenspartner Christopher Hodgkinson auf der Toilette. Den Kopf hatte sie an die Wand gelehnt, sie japste nach Luft. Natasha starb im Alter von 30 Jahren an Herzversagen.

Eine Obduktion hat nun ergeben, dass die noch junge Frau ohne ihre Sucht heute noch leben würde. Die braune Brause war ihr Tod, erklärte der Pathologe David Crerar. «Hätte Natasha Harris nicht diese sehr grossen Mengen Cola getrunken, wäre sie wahrscheinlich nicht zu dem Zeitpunkt und auf diese Art gestorben», sagte er in Fairfax bei einer Pressekonferenz.

Jüngstes Kind kam ohne Zahnschnmelz auf die Welt

Harris habe sich wie ein Drogenabhängiger verhalten. «Sie wurde mürrisch, bekam Kopfweh und fühlte sich schwach, wenn sie keine Coke bekam. Sie hatte keine Energie und fühlte sich immer schlecht. Morgens stand sie auf und übergab sich.» Vivian Hodgkinson, die Mutter von Harris' Freund, bestätigte: Natasha habe «Entzugserscheinungen» wie Zittern oder Wutausbrüche bekommen, wenn sie keine Cola trank.

Die Trinkgewohnheit der Frau hatte Nebenwirkungen wie Herzrasen und zerfressene Zähne. Mit zehn Liter Softdrinks habe sie die doppelte Menge der empfohlenen Tagesmenge Koffein zu sich genommen – und das elffache der noch gesunden Zuckermenge. Auch ihre acht Kinder waren wegen des Zuckerwassers oft beim Zahnarzt: Ihr jüngstes Kind wurde ohne Zahnschmelz geboren.

Gar nicht süss fand «Coca Cola» das Untersuchungsergebnis: Es berücksichtige nicht alle Faktoren und halte vor anderen Experten nicht stand, argumentierte der Konzern. Eine Forderung des Leichenbeschauers nach einer Kennzeichnung ungesunder Softdrinks stösst auf taube Ohren. Die Chefin des neuseeländischen Lebensmittelrats sagte, «keine Warnhinweise auf der Welt», hätten den Tod von jemanden verhindern können, der 30 Dosen Cola am Tag trinken wolle.

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