The Hives - «Tyrannosaurus Hives»: The Hives kratzen am Nervenkostüm
Aktualisiert

The Hives - «Tyrannosaurus Hives»The Hives kratzen am Nervenkostüm

GLAM-GARAGE-PUNK – Schrill, gehetzt und überdreht: The Hives, allen voran der heulende Zappelphilipp Pelle Almqvist traktieren wieder die Nerven der Rock’n’Roll-Gemeinde. «Tyrannosaurus Hives» heisst der neue Aufputscher der fünf Schweden. Für langjährige Fans 30 Minuten bester Stoff, um wild durchzutanzen. Erstkonsumenten sollten die 12 Einzelportionen jedoch besser nicht auf einmal einwerfen. Zu gross ist die Gefahr, dass man entnervt von nervösen Schepperbeats, grell mittigen Gitarren und dem affektierten Quäkgesang, seine Aggressionen durch Kaputtschlagen des Nächstgreifbaren abreagieren muss.

Man könnte bei den Hives fast glauben, sie seien Jünger der Dead Kennedys unter Jello Biafra. Ein Blick auf die geschniegelten Anzüge korrigiert den Eindruck schnell. Auch enthalten die ironischen Texte Almqvists nicht das Gift der zynischen Gesellschafts-Kritiken Biafras.

Doch The Hives wollen auch nur wild posend ihr Konzertpublikum bewegen und nicht gleich die Welt verändern. Seit ihrem Durchbruch 2000 mit «Veni Vidi Vicious» ständig auf Achse, haben die Bühnentiere mit Songs wie «See Through Head», «Love in Plaster» oder «Antidote» neue schlagende Argumente, um wieder auf die Live-Pauke zu hauen. Wohl bekomms.

Olivier Joliat

The Hives «Tyrannosaurus Hives», Universal.

Deine Meinung