Aktualisiert 16.02.2004 19:44

Neue CD: The Veils - «The Runaway Found»The Veils: Andrews mit grossem Herz

INDIE-FOLK – Nach Betrachten des Covers und Starten vom Opener «The Wild Son» scheint alles klar: The Veils sind Americana pur. Zu Shaker und akustischen Gitarren setzt eine charismatische von Whiskey und Wüstenwind zerstörte Knarz-Stimme ein und nimmt einen im offenen Chevi mit auf eine Fahrt unter sengender Sonne.

Doch wer bei The Veils einsteigt, landet schnell in ganz anderen Gegenden: Die 6/8-Ballade «Lavinia» wird mit Piano und Streichern versüsst, und während «Guiding Light» von einem Gitarren-Lick geprägt ist, das auch Coldplay gut stünde, erinnert das atmosphärisch drückende «More Heat Than Light» eher an Led Zeppelin. Überzeugende, vor romantischer Melancholie strotzende Songs – geschrieben und gesungen vom 19-jährigen Finn Andrews.

Obwohl folkiger Retro-Indie momentan chic ist, überrascht der Stil des jungen Londoners. Denn Vater Barry Adams, Bassist der 80er-Truppe XTC, hatte zwar viel Elektronik zu Hause, doch die interessierte den Sprössling nicht. Die Musik packte ihn erst, als er nach der Schule zu seiner Oma in Neuseeland zog und in den Pubs Patti Smith, Tom Waits und Bob Dylan entdeckte. Eine Charakter-Stimme wie seine Idole hat er schon mal, der Rest kann durchaus kommen.

Olivier Joliat

The Veils «The Runaway Found», Rough Trade/Phonag.

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