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LuzernTherapie anstatt Haftstrafe für Bierkrugschläger

Weil er mit einem Bierkrug auf einen Mann eingeschlagen und ihn fast getötet hatte, stand ein 22-Jähriger am Mittwoch vor dem Kriminalgericht Luzern. Er kann auf eine letzte Chance hoffen.

von
Lena Berger

Die Vorwürfe, die dem schüchtern wirkenden Jungen gemacht werden, sind happig: 2008 soll er mit solcher Wucht mit einem Bierhumpen auf einen Mann eingeschlagen haben, dass das Glas an dessen Hinterkopf zerbrach. Mit dem zersplitterten Glas habe der 22-Jährige dann weiter auf sein Opfer eingedroschen – eine Schnittverletzung nur Zentimeter neben der Halsschlagader war die Folge. Bei seiner Festnahme leistete der stark alkoholisierte Angeklagte massiven Widerstand. Tags darauf, nur Stunden nach seiner Entlassung, überfiel er – erneut betrunken – zusammen mit drei Kollegen einen Mann.

Die Staatsanwaltschaft fordert wegen versuchter vorsätzlicher Tötung und diverser anderer Delikte eine Freiheitsstrafe von 4,5 Jahren. Die Verteidigung bezweifelt, dass der Bierkrug eine geeignete Waffe gewesen sei, um den Tod herbeizuführen, und forderte deshalb, den Berufsmaturanden wegen einfacher Körperverletzung zu verurteilen. Verteidigerin Rita Gettkowski beantragte zudem, dass die Strafe zugunsten einer Therapie aufgeschoben wird. Fruchtet diese, würde die Strafe nicht vollzogen. Ob die Opfer damit einverstanden wären? «Das kommt darauf an, was für die Opfer wichtiger ist: dass der Täter büsst oder dass so etwas nicht wieder passiert», so Gettkowski nach der Verhandlung. Das Urteil wird in den nächsten Tagen erwartet.

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