Aktualisiert

FührungswechselCS-Aktie fällt nach Thiams Abgang über 4 Prozent

Die Spionageaffäre hat ihn das Amt gekostet: CS-CEO Tidjane Thiam muss gehen. Sein Nachfolger wird neu Thomas Gottstein.

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CS-CEO Tidjane Thiam muss gehen.

CS-CEO Tidjane Thiam muss gehen.

Keystone/Ennio Leanza
In seine Fussstapfen tritt der derzeitige CS-Schweiz-Chef Thomas Gottstein.

In seine Fussstapfen tritt der derzeitige CS-Schweiz-Chef Thomas Gottstein.

Keystone/Gaetan Bally
Die Beschattungsaffäre hat ihn das Amt gekostet. Unter Thiams Ägide liess die Credit Suisse mindestens zwei ihrer Top-Manager überwachen.

Die Beschattungsaffäre hat ihn das Amt gekostet. Unter Thiams Ägide liess die Credit Suisse mindestens zwei ihrer Top-Manager überwachen.

Steffen Schmidt

Machtwechsel bei der Grossbank Credit Suisse (CS): Konzernchef Tidjane Thiam tritt per 14. Februar zurück. In seine Fussstapfen tritt der derzeitige CS-Schweiz-Chef Thomas Gottstein. An der Börse lastet der Abgang auf den Aktien der CS: Die Papier gingen mit einem Minus von über 4 Prozent in den Handel.

Der Verwaltungsrat habe in einer Sitzung am Vortag einstimmig den Rücktritt von Thiam angenommen und Gottstein zum neuen CEO der Credit Suisse Group AG ernannt, teilte die Bank am Freitag mit. Am 13. Februar ist wie bereits bekannt noch die Präsentation des Ergebnisses für das Geschäftsjahr 2019 geplant. Danach werde Thiam die Credit Suisse verlassen.

Der scheidende Chef liess sich mit folgenden Worten in der Mitteilung zitieren: «Ich bin mit dem Verwaltungsrat übereingekommen, dass ich die Bank verlassen werde.» Er sei gleichzeitig «stolz darauf, was das Team während meiner Zeit erreicht hat.» Die Credit Suisse sei erfolgreich transformiert worden.

«Ich hatte keinerlei Kenntnis»

Erneut betonte Thiam zudem, dass er nichts von den Beschattungen von Top-Managern gewusst habe, deren Bekanntwerden seit dem Herbst 2019 für grosse Aufregung gesorgt hatte. «Ich hatte keinerlei Kenntnisse von der Beschattung zweier ehemaliger Kollegen.» Aber: Zweifellos habe dies der Credit Suisse geschadet und zu Verunsicherung und Leid geführt. «Ich bedauere das Vorgefallene, und es hätte nie passieren dürfen.»

Der Verwaltungsrat sprach derweil Präsident Urs Rohner das Vertrauen aus. Vizepräsident und «Lead Independent Director», Severin Schwan, sagte: Rohner habe das Gremium «während dieser turbulenten Zeit in anerkennenswerter Weise geführt». Alle Schritte des Verwaltungsrates seien einstimmig erfolgt und nach sorgfältigen Beratungen. Man spreche dem Verwaltungsratspräsidenten das volle Vertrauen aus und erwarte, dass dieser sein Amt bis April 2021 ausüben werde.

(sda)

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