Thomas Gottschalk als «Dancing Queen»
Aktualisiert

Thomas Gottschalk als «Dancing Queen»

Was im buntbedruckten Anzug begann, endete für Thomas Gottschalk am Samstagabend in Freiburg im hochgeschlitzten rosa Abendkleid mit roter Stola: Der 56-Jährige verabschiedete sich nach 150 Minuten «Wetten dass..?» als «Dancing Queen» in die Sommerpause.

Der Show-Master hatte wieder jede Menge Stars auf seiner Couch versammelt. Darunter waren die Nationaltrainer Joachim Löw und Heiner Brand sowie Hollywood-Grösse John Travolta.

Bildstrecke: «Wetten dass...?»

Nebenher servierte Gottschalk mit gekonnter Routine teils spannende Wetten, die wiederum bei einem sehr grossen Publikum Anklang fanden: 10,51 Millionen Zuschauer sahen die Show, was laut media control einem Marktanteil von 33,4 Prozent entspricht.

Bei einem hochdramatischen Hochseilakt fuhr Udo Heidenreich, ein Mann weniger Worte, gekonnt im Unimog über ein Hafenbecken in Bremen. Damit hatte sein Wettpate, der Schauspieler Christoph Maria Herbst nicht gerechnet. Er durfte im Eisbärenkostüm in Anspielung auf den kleinen Eisbären Knut, auftreten und von der 20-köpfigen Gardetanzgruppe um die zwölfjährige Jannika Nagel gestreichelt werden. Die Schülerin hatte zuvor mit verbundenen Augen die Mädchen über die Geräusche erkannt, die sie beim Spagat machten.

Mit einem so guten Gehör Jannikas hatte der britische Schauspieler Rowan Atkinson alias Mr. Bean als Wettpate nicht gerechnet. «Wir haben unsere Schwächen, dazu gehört das Wetten», gestand er. Mr. Bean sei am besten, wenn er nichts sage. Das durfte er gleich demonstrieren und auf Zuruf von Gottschalk Begriffe wie «Ehekrach» und «Eifersucht» mimisch darstellen - sehr zur Freude des Publikums. spagat

Als doch zu kleines «Grossmaul» erwies sich Renato Dirks mit seiner Glaswetter: Ihm gelang es nicht, ein Glas mit zehn Zentimeter Durchmesser mit den Lippen zu umschliessen, acht Zentimeter waren die Grenze. Auch Joe Alexander aus Hamburg schaffte es nicht, fünf von seinem Partner mit einem grossen Sportbogen abgeschossenen Pfeile blind aus acht Metern Entfernung mit der Hand aufzufangen. Schauspielerin Natalia Wörner, die auf ihn gesetzt hatte, musste deshalb ihre hochhackigen Schuhe ausziehen und unter Anleitung von Fussball-Bundestrainer Löw mit einem Therapieband das Training der Beinmuskulatur der Nationalkicker nachahmen.

Direkt aus Los Angeles hatte John Travolta in der Privatmaschine seine Schauspielerkollegen Ray Liotta und Tim Allen eingeflogen. Um Travolta hatte es im Vorfeld der Sendung Aufregung gegeben, weil der baden-württembergische Ministerpräsident Günther Oettinger (CDU) indirekt die Ausladung des bekennenden Scientologen gefordert hatte. Die Sekte Scientology wird in Baden-Württemberg vom Verfassungsschutz beobachtet. In den USA hingegen ist sie als Religionsgemeinschaft anerkannt. Die drei Motorradfreaks stellten ihren neuen Film «Born to be wild - saumässig unterwegs» vor. Travolta erklärte, dass er schon mit 18 Jahren seinen Motorradführerschein gemacht habe. Tim Allen hat eine Ducati in der Garage stehen.

Ein Vermächtnis der letzten Sendung lösten Schauspielerin Christine Neubauer, Moderatorin Susanne Fröhlich und Gottschalk selbst ein. Elf Kilo haben sie seit dem 4. März gemeinsam abgenommen, wie die Waage zeigte.

Von der Diva zur Heilsarmee

Ebenfalls noch aus der letzten Sendung stammte die Aufgabe für Gottschalk, für jede gewonnene Wette ein weibliches Kleidungsstück anzuziehen. Möglicherweise half er deshalb Stefan Horky aus Österreich bei dessen Wette nach, Rebsorten nur am Geruch zu erkennen. So kamen insgesamt drei gewonnene Wetten zustande.

Während Gottschalk sich zum Umziehen zurückzog, übernahm Handball-Bundestrainer Brand kurzfristig seinen Job. Er moderierte die «Höhner» an und verwies auf die nun kommende «wahre Dancing Queen», Gottschalk. Der Moderator kam in schwarzen Pumps, einem rosafarbenen hochgeschlitzten Abendkleid und roter Federstola zurück auf die Bühne und schwang mit Fussball-Bundestrainer Löw das Tanzbein.

Sehr viel verhüllter und ernster dürfte es für Gottschalk bei der Einlösung seiner nächsten Wettschuld zugehen: Er muss einen Tag lang bei der Heilsarmee arbeiten. Der Moderator unterlag auch am Samstag in Freiburg der Stadtwette. Unter dem Motto «Christo verhängt alles, wir hängen aus» waren 100 ausgehängte Klotüren von Wohngemeinschaften gefordert. Die Studentenstadt zeigte so grosse Mitmachbereitschaft, dass am Ende der Sendung rund 300 Türen gebracht wurden. (dapd)

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