Mutter und Grossmutter: Thomas' grösste Fans sitzen im Knast
Aktualisiert

Mutter und GrossmutterThomas' grösste Fans sitzen im Knast

Demaryius Thomas spielt mit den Denver Broncos in der Nacht auf Montag im Superbowl gegen die Seattle Seahawks. Seine Mutter und seine Grossmutter jubeln ihm aus dem Gefängnis zu.

von
Adrian Hunziker

In der Nacht auf Montag schauen sich 82'500 Fans vor Ort im Metlife Stadium in East Rutherford und Millionen Zuschauer auf der ganzen Welt am TV den Superbowl XLVIII (ab 0.30 Uhr MEZ bei 20 Minuten im Liveticker) an. Doch im Minimum zwei Fans von Demaryius Thomas beobachten ihren Lieblingsspieler aus dem Gefängnis. Und für den 26-Jährigen sind das nicht irgendwelche Fans: Es sind die Mutter und die Grossmutter des Widereceivers der Denver Broncos.

Als Thomas elf Jahre alt war, wurden die beiden Frauen verhaftet. Als er zwölf war, wurden sie verurteilt. Thomas' Mutter Katina Smith und Grossmutter Minnie Pearl Thomas wurden beide wegen des Besitzes von und wegen Dealens mit Crack verurteilt. Sie sitzen seit dem Jahr 2000 hinter Gittern. Smith soll 2017 freikommen, Thomas'Grossmutter sitzt eine lebenslange Haft ab, da sie Wiederholugstäterin ist. Sie war bereits zuvor zweimal wegen Dealens verurteilt worden. Keine der beiden Frauen hat den 26-Jährigen je einmal vom Spielfeldrand oder von der Tribüne aus spielen sehen.

Thomas wuchs bei seiner Tante auf

Der junge Thomas wuchs bei seiner Tante Shirley und deren Ehemann James Brown auf, da sein Vater in der Army in Kuwait und Saudi-Arabien diente. Die Browns erzogen ihn, schickten ihn in die Kirche (Brown war Pfarrer), liessen ihn Sport treiben und feuerten ihn jeweils live bei seinen Spielen an.

«Es treibt mich an, wenn ich weiss, dass Mutter und Grossmutter da drin sitzen und mir zuschauen», sagte der Footballstar. Er gehe auf den Platz und gebe sein Bestes, da er wisse, dass sie über ihn im ganzen Gefängnis erzählen werden, so Thomas weiter. Der Footballer spricht zu seinen nächsten Verwandten via Telefon – nach jedem Spiel.

Doch was seiner Mutter und Grossmutter widerfahren ist, hat Thomas auch gezeichnet. Sie hoffe, ihre Mühen würden ihren Sohn zu einem besseren Leben verhelfen, sagte Smith, als Thomas in die NFL gedraftet wurde. «Ich sage ihm, er solle die Gesetze befolgen, bis hin zum Tragen des Sicherheitsgurtes im Auto. Er solle sich nur mal mich und meine Mutter anschauen», so Smith weiter. Eine späte Einsicht zwar, aber immerhin eine Einsicht.

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