Bonus-Debatte: Thomas Minder: UBS begeht «grossen Fehler»
Aktualisiert

Bonus-DebatteThomas Minder: UBS begeht «grossen Fehler»

Der Urheber der Volksinitiative «gegen die Abzockerei», Thomas Minder, hält die angekündigten Boni-Zahlungen der UBS für einen grossen Fehler.

«In dieser Situation Boni auszuzahlen ist keine vertrauensbildende Massnahme, im Gegenteil», sagte der Trybol-Chef auf Anfrage. Dabei spiele es überhaupt keine Rolle, ob es sich um vertraglich vereinbarte Zahlungen oder um freiwillige Boni handle. «Der Kunde der UBS goutiert im Moment keine Boni-Zahlungen an Mitarbeiter.»

«Deshalb darf man auch keine auszahlen», sagte Minder. Die UBS müsse endlich anfangen, ihr Tun durch die Brille des Kunden zu sehen und entsprechend zu handeln. Nur so könne die Bank das Vertrauen der Kunden wieder erhalten. «Wenn aber die UBS jetzt Boni auszahlt, wandern noch mehr Kunden ab. Und jeder Mitarbeiter, der jetzt einen Bonus annimmt, wird im nächsten Moment Kunden verlieren,» sagte Minder.

Finma im Tiefschlaf

Die Finanzmarktaufsicht Finma habe sich offensichtlich im Tiefschlaf befunden, als sie die Zahlungen genehmigte, und nicht unabhängig agiert. Die Hauptverantwortung trage aber die UBS. Obwohl die Führung der UBS immer wieder von vertrauensbildenden Massnahmen spreche, sei in den vergangenen Monaten keine einzige solche unternommen worden. Eine solche wäre laut Minder nebst dem Verzicht auf Boni auch der völlige Ausstieg aus dem Investmentbanking, vor allem aus jenem in den USA.

Mangelnder Mut

Der UBS-Führung warf Minder zudem mangelnde Courage vor: «Warum erklären sich die UBS-Verwaltungsräte und -Geschäftsleitung nicht bereit, ganz auf ihren Lohn für 2008 und 2009 zu verzichten und für einen symbolischen Franken pro Jahr zu arbeiten?», fragte er. In anderen Ländern und Unternehmen hätten dies Führungskräfte in einer ähnlichen Situation bereits getan. (dapd)

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