Aktualisiert 21.11.2016 09:26

Swissness-GesetzThomy-Mayo verliert das Schweizer Kreuz

Der Nahrungsmittelkonzern Nestlé muss bei 80 Produkten ohne Schweizer Kreuz auskommen. Betroffen sind die Marken Thomy, Leisi und Frisco.

von
vb
1 / 6
Bald ohne Schweizer Kreuz auf der Tube: Mayonnaise der Marke Thomy.

Bald ohne Schweizer Kreuz auf der Tube: Mayonnaise der Marke Thomy.

Keystone/Gaetan Bally
Gemäss dem Schweiz-Chef von Nestlé werden auch manche Glacen von Frisco das Schweizer Kreuz verlieren.

Gemäss dem Schweiz-Chef von Nestlé werden auch manche Glacen von Frisco das Schweizer Kreuz verlieren.

Keystone/Ennio Leanza
Im Nahrungsmittelbereich wandern immer mehr Hersteller ins Ausland ab. So etwa die Firma Haco aus Gümligen BE, die bei einem Teil ihrer Produkte «auf das Schweizer Kreuz verzichten» wird.

Im Nahrungsmittelbereich wandern immer mehr Hersteller ins Ausland ab. So etwa die Firma Haco aus Gümligen BE, die bei einem Teil ihrer Produkte «auf das Schweizer Kreuz verzichten» wird.

www.haco.ch

Am 1. Januar 2017 tritt das Swissness-Gesetz in Kraft. Es verlangt, dass Lebensmittel nur noch dann mit dem Schweizer Kreuz Werbung machen können, wenn 80 Prozent der verwendeten Rohstoffe aus der Schweiz kommen.

Das bedeutet für viele Schweizer Lebensmittelhersteller, dass sie in Zukunft ohne das rot-weisse Kreuz auf der Verpackung auskommen müssen. Eines der betroffenen Unternehmen ist Nestlé: Bei 80 Rezepturen sei es nicht möglich gewesen, die Swissness-Bestimmungen zu erfüllen, sagt Nestlé-Schweiz-Chef Christophe Cornu zur «Schweiz am Sonntag». Dazu gehörten die Marken Thomy, Leisi und manche Glacen von Frisco: «Sie verlieren das Schweizer Kreuz.»

Nicht genügend Schweizer Eier

Der Nestlé-Manager bedauert den Verlust des nationalen Symbols. Es sei «sehr schade», da die Produkte wie bis anhin mit der gleichen Rezeptur an denselben Orten hergestellt würden. «Wir halten an unseren Fabriken in Basel und Wangen fest», sagt Cornu.

Dass etwa bei der Marke Thomy die Swissness-Auflagen nicht eingehalten werden können, liegt an der Rohstoffbeschaffung. Nestlé verwendet für die Produkte laut eigenen Angaben ausschliesslich Eier aus Freilandhaltung. Die benötigte Menge von 34 Millionen Eiern pro Jahr könne durch die Schweiz allein nicht abgedeckt werden, so Cornu.

Viele Schweizer Marken betroffen

Nestlé ist nicht das einzige Unternehmen, das bei seinen Produkten ohne das Schweizer Kreuz auskommen muss.

Kambly-Chef Hans-Martin Wahlen sprach im Frühling von nicht realisierbaren Vorgaben, weshalb er bei gewissen Erzeugnissen gegen seine Überzeugung auf das Symbol werde verzichten müssen.

Der Nahrungsmittelkonzern Unilever wiederum hat bereits angekündigt, dass er das Schweizer Kreuz auf einigen Knorr-Produkten streichen wird. Auch der Getränkehersteller Rivella liess bereits verlauten: «Wir werden das Schweizer Kreuz auf den Etiketten unserer Michel-Fruchtsäfte zurückstufen müssen.»

Deine Meinung

Fehler gefunden?Jetzt melden.