Gefängnis-Knatsch: Thorberg-Direktor erhält externen Coach
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Gefängnis-KnatschThorberg-Direktor erhält externen Coach

Der Haussegen in der Strafanstalt Thorberg hängt schief: Die Angestellten fühlen sich nicht mehr wohl. Nun werden Massnahmen ergriffen.

von
ber
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Die Angestellten der Strafanstalt Thorberg beurteilen ihre Arbeitszufriedenheit deutlich schlechter als 2015. Dies geht aus der jüngsten Mitarbeiterbefragung hervor.

Die Angestellten der Strafanstalt Thorberg beurteilen ihre Arbeitszufriedenheit deutlich schlechter als 2015. Dies geht aus der jüngsten Mitarbeiterbefragung hervor.

Keystone/Anthony Anex
Rückblende: Bereits im Sommer 2017 brodelte es im Berner Gefängnis. Damals unter anderem in der Kritik: Direktor Thomas Egger. Er sehe «sich gerne als Kapitän auf einem grossen Boot» und «schreit seine seine Anweisungen von oben herab ins Sprechrohr».

Rückblende: Bereits im Sommer 2017 brodelte es im Berner Gefängnis. Damals unter anderem in der Kritik: Direktor Thomas Egger. Er sehe «sich gerne als Kapitän auf einem grossen Boot» und «schreit seine seine Anweisungen von oben herab ins Sprechrohr».

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Nun soll es nach der jüngsten Mitarbeiterbefragung zu Veränderungen kommen. Neben dem externen Coach für Direktor Egger wird als weitere Massnahme die Funktion des Personalchefs von der Funktion der Direktionsassistenz getrennt, damit «das Befinden der Mitarbeitenden zukünftig objektiver beurteilt werden kann», wie die Polizei- und Militärdirektion (POM) am Dienstag mitteilte.

Nun soll es nach der jüngsten Mitarbeiterbefragung zu Veränderungen kommen. Neben dem externen Coach für Direktor Egger wird als weitere Massnahme die Funktion des Personalchefs von der Funktion der Direktionsassistenz getrennt, damit «das Befinden der Mitarbeitenden zukünftig objektiver beurteilt werden kann», wie die Polizei- und Militärdirektion (POM) am Dienstag mitteilte.

Keystone/Anthony Anex

Die Angestellten der Strafanstalt Thorberg beurteilen ihre Arbeitszufriedenheit deutlich schlechter als 2015. Dies geht aus der jüngsten Mitarbeiterbefragung hervor. Der Kanton Bern stellt Thorberg-Direktor Thomas Egger ab sofort einen externen Coach zur Seite.

«Der Direktor duldet keine Kritik»

Rückblende: Bereits im Sommer 2017 brodelte es im Berner Gefängnis. Personalfluktuation und eine Umstrukturierung im Vorjahr hatten für Unruhe gesorgt. «Kein Wunder, dass so etwas passiert, wenn man gute Leute entlässt oder rausmobbt und dafür ein junges Tüpfi anstellt», sagte damals ein Ex-Mitarbeiter zu 20 Minuten. Ausserdem wurden die Sichtdienste so angepasst, dass es zu einige Angestellte viel mehr Wochenend- und Nachtdienste absolvieren mussten.

Damals ebenfalls in der Kritik: Direktor Thomas Egger. Er sehe «sich gerne als Kapitän auf einem grossen Boot» und «schreit seine seine Anweisungen von oben herab ins Sprechrohr». Er habe einen streng hierarchischen Führungsstil, sagt ein Ex-Mitarbeiter. «Er duldet keine Kritik», so ein anderer.

Weitere negative Presse gabs im April, weil im Thorberg Sträflinge gefesselt wurden, was die Anti-Folter-Kommission auf den Plan rief. Ähnliches wurde bereits zwei Jahre vorher publik: Damals wurde bekannt, dass in der Sicherungsszelle Eisenringe installiert worden sind, um Insassen stundenlang daran anzuketten.

Kader werden in Führungskurse und Coachings geschickt

Nun soll es also nach der jüngsten Mitarbeiterbefragung zu Veränderungen kommen. Neben dem externen Coach für Direktor Egger wird als weitere Massnahme die Funktion des Personalchefs von der Funktion der Direktionsassistenz getrennt, damit «das Befinden der Mitarbeitenden zukünftig objektiver beurteilt werden kann», wie die Polizei- und Militärdirektion (POM) am Dienstag mitteilte.

Auch solle die Arbeit des Direktors und der Geschäftsleitung für die Mitarbeitenden «spürbarer und transparenter werden», indem mehr Einblick in die Arbeit der Anstaltsleitung gewährt und die Information der Mitarbeitenden ausgebaut werde. Im weiteren werden die Kader in Führungskurse und Coachings geschickt.

Die Mitarbeiterbefragung im August zeigte übrigens im Vergleich mit 2015 nicht nur eine tiefere Arbeitszufriedenheit, sondern auch eine geringere Verbundenheit mit dem Betrieb.

Personal wünscht mehr Transparenz

Das grösste Verbesserungspotenzial zeigt sich laut POM-Mitteilung bei der Zusammenarbeit, beim Zusammenhalt sowie beim Führungs- und Change-Management. Der Geschäftsleitung stehen die Mitarbeiter «mehrheitlich kritisch» gegenüber.

Gewünscht wird vom Personal auch ein Vertrauensklima, in welchem Probleme offen angesprochen werden könnten. Zudem möchten die Mitarbeitenden mehr Handlungsspielraum, um eigene Ideen einzubringen und selbständiger zu arbeiten.

Verbesserungen durch Finanzkontrolle

Das Betriebsklima auf dem Thorberg beschäftigte in den letzten Monaten auch die Finanzkommission des Grossen Rates. Sie gab bei der Finanzkontrolle eine Sonderprüfung in Auftrag. Diese kam im September zum Schluss, dass die personalrechtlichen Vorgaben eingehalten würden.

Handlungsbedarf ortete die Finanzkontrolle vor allem bei der Aufsicht durch das Amt für Justizvollzug. Zudem wurden Empfehlungen zur Verbesserung der Betriebskultur gemacht.

(ber/sda)

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