Gefängnis-Affäre: Thorberg-Direktor «weder geeignet noch tragbar»
Aktualisiert

Gefängnis-AffäreThorberg-Direktor «weder geeignet noch tragbar»

Der veröffentliche Untersuchungsbericht wirft dem Skandal-Direktor vom Thorberg «äusserst unprofessionelles Verhalten» vor. Auch das Anstellungsverfahren sei mangelhaft gewesen.

von
sda/tok
Georges Caccivio wurde laut dem Expertenbericht zu Recht suspendiert.

Georges Caccivio wurde laut dem Expertenbericht zu Recht suspendiert.

Der Thorberg-Direktor habe auch als Chef der Strafanstalt weiterhin auf dem Bieler Drogenstrich verkehrt und sich damit «äusserst unprofessionell» verhalten: Zu diesem Schluss kommt der Jurist Benjamin Brägger, der im Auftrag des bernischen Justiz-, Polizei- und Militärdirektors Hans-Jürg Käser die Amtsführung des Direktors und das Anstellungsverfahren untersucht hat. Käser habe deshalb Anfang Jahr den Direktor Georges Caccivio zu Recht suspendiert, heisst es in dem am Donnerstag in Bern den Medien vorgestellten Bericht Bräggers. Caccivio sei als Direktor einer Strafanstalt «weder geeignet noch tragbar».

Regelmässiger Kontakt mit Drogen-Dirnen

Am Anstellungsverfahren kritisiert Brägger, es sei keine Ausseneinsicht in das Verfahren eingeflossen und kein unabhängiges Assessment durchgeführt worden. FDP-Regierungsrat Käser sagte vor den Medien, er wolle nun die Empfehlungen des externen Experten «umfassend prüfen».

Medien hatten Ende Januar berichtet, Thorberg-Direktor Georges Caccivio habe regelmässig sexuelle Kontakte mit Drogenprostituierten in Biel unterhalten und einzelne Häftlinge bevorzugt behandelt. Die Medienberichte setzten Polizeidirektor Hans-Jürg Käser stark unter Druck. Schliesslich trennte er sich von Caccivio und gab beim externen Experten Brägger die Administrativuntersuchung in Auftrag.

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