Affäre um Direktor: Thorberg: Parlament soll für Klarheit sorgen
Aktualisiert

Affäre um DirektorThorberg: Parlament soll für Klarheit sorgen

Nach den Vorfällen um Direktor Caccivio werden die Rollen aller Beteiligter untersucht – einem Grossrat reicht dies nicht, er verlangt umfassende Transparenz.

von
Sonja Mühlemann

Nach der Freistellung von Thorberg-Direktor Georges Caccivio lässt Polizeidirektor Hans-Jürg Käser auch seine Rolle beim Auswahlverfahren untersuchen. «Dieses ist meines Erachtens korrekt abgelaufen», teilt er am Dienstag schriftlich mit, «ich habe verhältnismässig und auf der Zeitachse richtig gehandelt.»

Neu gerät auch Amtsvorsteher Martin Kraemer in den Fokus der Untersuchung: Als Caccivios Vorgesetzter wusste er zumindest von Kontakten ins Bieler Drogenmilieu, wie er gegenüber dem «Bund» sagte. Ob und ab wann er auch von den sexuellen Beziehungen Caccivios mit Drogen-Dirnen wusste, ist unklar.

Weitere Führungsmängel geortet

Dies reicht Grossrat Blaise Kropf (Grüne) nicht – weil Kraemer vielleicht vor dem Ernennungsverfahren Caccivios von den Dirnenkontakten wusste. Kropf verlangt mit einem parlamentarischen Vorstoss Transparenz: «Die Verantwortlichen müssen alle Fakten zu ihrem Führungsverhalten auf den Tisch legen, und zwar ab Start der Nachfolger-Suche für den Thorberg-Direktor.» Sprich: Ab Mitte 2010.

Je nach Ergebnis der Untersuchung seien weitere personelle Schnitte unabdingbar. «Nach dem Asylwesen orte ich auch im Strafvollzug Führungsmängel in Käsers Direktion», so Kropf.

Die Ergebnisse der externen Untersuchung sollen laut Polizeidirektor Käser in rund drei Monaten vorliegen – die Regierungsratswahl findet zuvor am 30. März statt.

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