Aktualisiert 31.03.2007 12:21

Thorpe «geschockt» über Doping-Vorwürfe

Der Weltverband FINA hat mit Zurückhaltung auf den in der Sportzeitung «L'Equipe» geäusserten Verdacht reagiert, beim im November zurückgetretenen australischen Olympiasieger Ian Thorpe (25) habe ein Dopingtest Unregelmässigkeiten aufgezeigt.

Die FINA bestätigte am Samstag lediglich und ohne den Namen Ian Thorpe zu erwähnen, dass sie den Fall eines von der australischen Antidoping-Agentur ASADA durchgeführten Dopingtests vor den internationalen Sportgerichtshof (TAS) in Lausanne weitergezogen habe.

Es handle sich dabei nicht um eine positive Dopingprobe, sondern um ein widersprüchliches Analyse-Ergebnis, so der Schwimm- Weltverband. Die FINA sei mit dem Ziel ans TAS gelangt, sämtliche Umstände des Falls zu erhellen. Weiterführende Kommentare gaben die FINA-Verantwortlichen am Samstag nicht ab.

Ian Thorpe hat sich bislang öffentlich nicht zu den ihn betreffenden Doping-Verdächtigungen geäussert. In einem Gespräch mit dem australischen Schwimm-Headcoach Alan Thompson zeigte sich der vor rund einem halben Jahr zurückgetretene Schwimmstar und Nationalheld «geschockt».

«Unbegründete Anschuldigungen»

Der australische Schwimmverband kündigte in Melbourne an, Thorpe mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln unterstützen zu wollen. Sogar Australiens Premierminister John Howard meldete sich umgehend zu Wort: «Auf die unbegründeten Anschuldigungen einer französischen Zeitung gehe ich nicht ein. Solange keine solide Beweislage vorliegt, bleibt Ian Thorpe für mich ein grosser Champion.»

Thorpe war in der Samstagsausgabe von «L'Equipe» verdächtigt worden, im Mai 2006 bei einem Dopingtest der australischen Antidoping-Agentur mit einem zu hohen Wert an Testosteron sowie an einem weiteren Hormon aufgefallen zu sein. Gemäss «L'Equipe» wurde der Fall von der ASADA wegen «Fehlens wissenschaftlicher Gewissheit» in Australien nicht weiterverfolgt.

Im November, nur fünf Monate vor Beginn der Heim-WM in Melbourne, hatte Thorpe seinen überraschend frühen Rücktritt bekanntgegeben. Bereits nach 2004 in Athen, wo er seine olympischen Goldmedaillen Nummer 4 und 5 gewann, war der 25-jährige Australier nicht mehr an internationalen Grossanlässen in Erscheinung getreten.

Alle Dopingproben an WM negativ

FINA-Generaldirektor Cornel Marculescu erklärte am Samstag, dass es an den zweiwöchigen Titelkämpfen in Melbourne bislang keine positive Dopingproben gegeben habe. «Wir haben rund 360 Athleten getestet, alle Proben fielen negativ aus», sagte Marculescu.

«Prominente» Doping-Fälle gabs im Schwimmen in den letzten Jahren nicht viele. Zuletzt war die Russin Anastassia Iwanenko Anfang Jahr positiv auf Doping getestet worden. 1998 hatten zwei Fälle für grosses Aufsehen gesorgt. Die irische Olympiasiegerin Michelle Smith war für vier Jahre gesperrt worden und bei den Chinesinnen gabs an den Weltmeisterschaften in Perth (Au) vier positive Dopingtests. (si)

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