Aktualisiert 27.02.2014 15:50

WhatsApp-Alternativen

Threema ist sicherer als Telegram

Nach der Übernahme von WhatsApp durch Facebook hat die Stiftung Warentest fünf Messenger nach Datenschutzkriterien analysiert: Die Schweizer App Threema ist am sichersten.

von
pst

Dank vertrauensvoller Verschlüsselung und der Abspeicherung von Adressbuch-Daten in pseudonymisierter Form nach Zustimmung des Nutzers ist Threema gemäss Stiftung Warentest der sicherste Messenger auf dem Markt. Pluspunkte erhält die Anwendung auch für das integrierte Ampelsystem, mit dem Threema anzeigt, wie vertrauenswürdig der Nachrichten-Adressat ist. Schliesslich lobt die Verbraucherorganisation, dass die App auch dann nutzbar ist, wenn sie nicht mit dem Telefonbuch des Smartphones verbunden wird.

«Die Prüfer können ausschliessen, dass die App Nutzerdaten unverschlüsselt überträgt. Ob sie manche Daten aber eventuell verschlüsselt kommuniziert, konnten die Tester nicht zweifelsfrei feststellen», bringt Stiftung Warentest die zusammengetragenen Resultate auf den Punkt.

Von den auf ihre Sicherheitsstandards getesteten Messengern ist Threema der Einzige, der mit der Bewertung «unkritisch» abgeschnitten hat.

Die Gratis-App Telegram hingegen stuft Stiftung Warentest als «kritisch» ein. Bemängelt wird, dass der Nutzer die «Secret Chat»-Funktion, also die Ende-zu-Ende-Verschlüsselung, gezielt auswählen muss. Zudem speichere die App «automatisch alle Adressbucheinträge, ohne die Zustimmung des Nutzers oder der betroffenen Personen». Positiv wird gewertet, dass Telegram als einzige der getesteten Apps «zumindest teilweise quelloffen» ist und dass Daten nur verschlüsselt versendet werden.

Das anscheinend grösste Datenschutz-Defizit weist laut den Testern WhatsApp auf. Der Betreiber liest hier Nachrichten potenziell mit, es werden Telefondaten ohne Zustimmung des Nutzers übermittelt und WhatsApp gebe die Telefonnummern des Nutzers an Dritte weiter. Mehr noch: Die Android-Version versendet angeblich sogar dann Daten, wenn sie gerade erst ins Smartphone eingegeben werden.

Neben Threema, Telegram und WhatsApp hat die Stiftung Warentest auch den Blackberry Messenger und die japanische App Line getestet. Beide werden als «sehr kritisch» eingestuft.

Internationaler Boom für Threema

Der Messenger des Zürcher Anbieters Kasper Systems wurde nicht nur in der Schweiz am meisten heruntergeladen. So führt die Anwendung in Deutschland, Österreich sowie in Kuwait, Saudi-Arabien und den Vereinigten Arabischen Emiraten die Charts der Bezahl-Apps an. Aber auch in den Niederlanden, Slowenien und der Slowakei liegt die App vorne. In Deutschland führt Threema sowohl im Google Play Store für Android-Smartphones als auch im iTunes Store für iPhone-Apps die Liste der Bezahl-Anwendungen an.

Deutlich weniger Zuspruch erhalten die WhatsApp-Alternativen dagegen im Heimatland von Facebook, den USA. Hier werden die App-Charts für iOS und Android durchgängig von Spielen wie Flappy Wings angeführt.

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