3 mit Drama: Ella muss die Pille Danach kaufen – auf Französisch

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3 mit Drama«Thumbs up für die Pille danach»

Ella fährt für ein Spätsommerwochenende mit Marco an den Genfersee. Alles läuft bestens, bis auf die Verhütung.

von
Ella
Meret Steiger
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Ella und Marco passiert ein Missgeschick. Da Ella gerade nicht schwanger werden möchte, muss die Pille danach helfen.

Ella und Marco passiert ein Missgeschick. Da Ella gerade nicht schwanger werden möchte, muss die Pille danach helfen.

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Darum gehts

  • Ella und Marco haben an ihren nicht fruchtbaren Tagen Sex ohne Kondom.

  • An einem besonders schönen Wochenende in Genf vergisst Ella, ihre App zu checken.

  • Marco checkts auch nicht, deswegen müssen die beiden am nächsten Tag zur Apotheke.

  • Ellas kaum vorhandenes Französisch macht die Frage nach der «Pille danach» auch nicht leichter.

Vor fünf Jahren etwa habe ich die Pille abgesetzt. Seither fühle ich mich besser, natürlicher, irgendwie nicht mehr wie ein fremdbestimmter Hormoncomputer. Doch da ich auch keine Spirale habe, ist das mit der Verhütung seither so ein Ding. Bei kurzen Kontakten ist ein Gummi eh unverhandelbar, darum hatte ich die letzten Jahre wenig Probleme. Aber Marco und ich sind ja nun quasi ein Paar und nach Marcos Ureaplasmen-Infektion haben wir uns beide auf Geschlechtskrankheiten durchchecken lassen. Seither verlassen wir uns auf meine Fruchtbarkeits-App – vor kurzem war das noch ein totales No-go für mich – und nutzen nur an den gefährlichen Tagen ein Kondom. In der Regel. Aber an diesem Wochenende am Genfersee kams anders.

«Es war wunderschön, aber auch voll doof»

Es war ein wunderbares Wochenende, wir machten lange Spaziergänge, ruderten mit einem Mietboot auf dem See, schliefen lange aus, hatten wunderbaren Sex und sprachen über alles, was seit ein paar Monaten zwischen uns stand. Ich beichtete ihm, dass ich seine DMs mit seiner Ex Céline gelesen hatte, und er versicherte mir glaubhaft, dass er zwar noch liebevolle Gefühle für seine Jugendliebe habe, aber keine Romantik mehr da sei. Er reagierte richtig cool, machte mir keine Vorwürfe, weil ich in seiner Abwesenheit seinen Computer durchforstet hatte, sondern erklärte, dass er meine Unsicherheit verstehe und es ihm leidtue.

Ich war gerührt über seine Reaktion, mir kamen fast die Tränen, typisch PMS, dachte ich, und bestellte uns beiden noch ein Glas Chasselas. Als wir zurück im Hotelzimmer waren, hatten wir innigen Sex, ganz nahe, sehr langsam. Immer wieder schauten wir uns tief in die Augen und ich hatte Gänsehaut an beiden Armen. Es war also wunderschön, aber auch voll doof, denn weil ich mich so PMS-ig fühlte und nach dem ganzen Weisswein auch easy tipsy war, hatte ich meine App nicht gecheckt und nicht realisiert, dass ich einen Tag vor dem Eisprung war.

«Mein Franz, mesdames et messieurs, ist terrible»

Erst am nächsten Tag begriff ich. Und fluchte. Statt zu bädelen, mussten wir nun eine Apotheke aufsuchen und auf Französisch nach einer Pille verlangen. Und mein Franz, mesdames et messieurs, ist terrible. Um uns aufzuheitern, bestellten Marco und ich zum Frühstück ein Glas Prosecco, was seine Wirkung nicht verfehlte. Wir beschlossen, in der Apotheke nach der Pille zu fragen, ohne vorher nachzuschauen, wie das auf Französisch wirklich heisst. «Du fragst, ich schlucke», sagte ich zu Marco, und er willigte ein.

«Après-Ski heisst ja auch Après-Ski, weil mans nach dem Skifahren macht», hörte ich ihn murmeln, bevor wir die Apotheke betraten. Eine junge Pharmaassistentin fragte nach seinem Wunsch. «Bonjour, une fois une pile après-sex pour elle», sagte er mit ernstem Gesicht und zeigte auf mich. Mich vertätschte es instantly, ich hatte einen richtigen Lachflash und auch die Verkäuferin konnte sich nicht beherrschen. Nachdem wir uns beruhigt hatten, sagte sie, dass es «la pilule du lendemain» heisse, und begleitete uns in ein Nebenzimmer, wo ich radebrechend Auskunft über meinen Zyklus und den Zeitpunkt unseres ungeschützten Sex gab. Danach drückte mir eine Apothekerin eine Pille in die Hand, sagte mahnend, dass die pilule du lendemain nicht als Verhütung gedacht sei und viel mehr Hormone enthalte als eine normale Anti-Baby-Pille. Ich versprach, mir dazu Gedanken zu machen.

Und honestly, ich tu das seither wirklich, auch wenn in meinem Freundinnenkreis keine mehr die Pille nimmt. Total out in meiner Bubble. Wie macht ihr es so mit der Baby-Prävention? Mails an onelove@20minuten.ch

P. S.: Kudos an die Pharmaassistentin. Dein Lachen hat alles gerettet!

Ohlala! Hast du Lust auf mehr Abenteuer von Ella, Bruce und Lars? 

Hast du schon mal die Pille danach genommen?

3 mit Drama

Ella, Lars und Bruce heissen in Wirklichkeit gar nicht so und auch einige Angaben sind geändert. Was aber stimmt: ihr Shit mit dem Herzen. Die drei Besties teilen Küche, Klatsch und Kummer. Mit sich – und mit euch. Eigentlich auf der Suche nach dem Perfect Other stolpern sie allzu oft über stalkende Exen, prickelnde Tensions – vor allem aber über sich selbst. Läuft bei uns! 20 Minuten erzählen sie exklusiv von ihrem Love Struggle. 

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Pro Juventute, Beratung für Kinder und Jugendliche, Tel. 147

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