Aktualisiert 05.09.2006 12:26

Thun: Private wollen das Fussballstadion bauen

Eine private Investorengruppe will im Süden der Stadt Thun ein neues Fussballstadion bauen. Ein ähnliches Projekt der öffentlichen Hand war im vergangenen Februar an der Urne haushoch gescheitert, weil für die Stadt zu hohe Kosten befürchtet wurden.

Nun will eine Investorengruppe mit der Frutiger AG, der Marazzi GU AG, der Jelmoli Immobilien AG und der FC Thun Betriebs AG für rund 25 Mio. Franken ein neues, Super-League taugliches Fussballstadion beim Autobahnanschluss Thun Süd realisieren, wie Stadt und Investoren am Dienstag mitteilte. Das Stadion soll mit einem Einkaufszentrum kombiniert werden.

Freude bei der Stadt

Der Thuner Gemeinderat zeigte sich erfreut über die sich nun abzeichnende Lösung. Sie sei eine grosse Chance für Thun, heisst es in der Mitteilung weiter. Er will dem privaten Projekt gute Rahmenbedingungen gewähren.

Die Stadt will das Stadion-Bauland in einem unentgeltlichen Baurecht zur Verfügung stellen und soll sich als Aktionärin an der künftigen Stadion-Betriebs AG beteiligen und ein zinsloses Darlehen gewähren. An den Baukosten beteiligt sie sich nicht. Das letzte Wort diesbezüglich wird das Parlament haben.

Standort und Bedarf unbestritten

Im vergangenen Februar lehnten die Stimmberechtigten einen Stadion-Neubau mit Leichtathletikanlagen und Rasenspielfeldern der Stadt in Thun Süd ab, weil sie unter anderem für die öffentliche Hand zu hohe Kosten befürchteten. Ebenfalls teilweise für Unmut sorgte die schon damals angestrebte Kombination des Stadions mit einem Einkaufszentrum.

Der Bedarf für ein neues Stadion und der gewählte Standort waren hingegen weitestgehend unbestritten. Darauf baut nun die Investorengruppe auf. Allerdings soll in Thun Süd ein reines Fussballstadion entstehen. Für die Leichtathletik-Anlagen und die ebenfalls für den Breitensport benötigten Rasenspielfelder werden anderweitige Lösungen angestrebt.

Kredit für Rasenspielfelder

Am 21. September entscheidet der Stadtrat über einen Rahmenkredit von 3,6 Mio. Franken für die Erstellung der dringend benötigten zusätzlichen Rasenspielfelder für den Nachwuchs- und Breitensport.

Gegenwärtig noch offen ist die lanfristige Lösung für die ins bestehende Stadion Lachen integrierten Leichtathletik-Anlagen. Das alte Stadion mit den Leichtathletik-Anlagen soll vorerst als Trainings- und Wettkampfanlage weiterbetrieben werden, bis anderweitige Lösungen bereitstehen.

Definitiv nicht mehr zur Diskussion steht eine Idee, am alten Stadionstandort Lachen ein neues Fussballstadion mit Hotelanlage und Wohnbauten zu erreichten. Eine derart dichte Bebauung im Erholungsgebiet am Seeufer würde zu wenig öffentliche Akzeptanz finden, heisst es in der Mitteilung weiter. (sda)

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