Thun: Schwarzpeter-Spiel um frühen Zapfenstreich
Aktualisiert

Thun: Schwarzpeter-Spiel um frühen Zapfenstreich

Die Thuner Stadtregierung kann ihre geplanten Massnahmen gegen Nachtlärm nicht durchsetzen. Sie schiebt die Verantwortung
dem Statthalter zu.

von
Patrick Marbach

Zähneknirschend verzichtet der Gemeinderat darauf, die Schliessungszeiten für die Beizen und Bars zu vereinheitlichen. Ursprünglich wollten die Stadtoberen von Sonntag bis Mittwoch früher zum Zapfenstreich blasen.

Aber offenbar haben sie die Rechnung ohne die Wirte gemacht: Diese haben sich gegen die einheitliche Polizeistunde gewehrt und vom Regierungsstatthalter Recht bekommen.

«Es freut mich, dass der Gemeinderat mit seiner ausgangsfeindlichen Haltung gescheitert ist», jubelt Lukas Lanzrein (JSVP) vom Verein Thun rockt. Es brauche dringend mehr Nachtlokale, damit die Thuner nicht mehr auf offener Strasse trinken und lärmen müssten.

Doch die Stadtregierung setzt nun auf Zermürbungstaktik: «Als Konsequenz bleibt nur übrig, Klagen aus der Bevölkerung künftig direkt an den Regierungsstatthalter zu leiten», lässt sie verlauten. Einen ersten Beschwerdebrief wegen Nachtlärm hat sie bereits weitergeschickt.

«Das geht eindeutig zu weit, die Stadt ist verpflichtet, selbst für Ruhe und Ordnung zu sorgen», reagiert Statthalter Bernhard Wyttenbach. Er will nun am runden Tisch an die Vernunft des Gemeinderats appellieren.

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