Aktualisiert 29.06.2016 12:18

MotionThun soll Uferweg nach Zürcher Vorbild erhalten

Knatsch um den Uferweg: Weil sie mit dem Vorschlag der Stadt nicht zufrieden sind, verlangen drei Politiker, dass in Thun ein Steg nach Zürcher Vorbild gebaut wird.

von
Nora Camenisch
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Lukas Lanzrein (SVP), Andrea de Meuron (Grüne) und Peter Aegerter (BDP) setzen sich für den Thuner Ufersteg ein.

Lukas Lanzrein (SVP), Andrea de Meuron (Grüne) und Peter Aegerter (BDP) setzen sich für den Thuner Ufersteg ein.

Die Politiker stören sich daran, dass der Uferweg nicht am Thunersee entlang sondern durch den Rougemontweg führen soll.

Die Politiker stören sich daran, dass der Uferweg nicht am Thunersee entlang sondern durch den Rougemontweg führen soll.

Google Streetview
Den Thuner Politikern schwebt ein Steg nach dem Vorbild des Cassiopeia-Stegs in Zürich vor.

Den Thuner Politikern schwebt ein Steg nach dem Vorbild des Cassiopeia-Stegs in Zürich vor.

Keystone/Walter Bieri

Dass die Berner nicht gerade schnell sind, ist altbekannt. Das gilt auch für die Thuner: Seit Jahren diskutiert die Stadt im Oberland über den Bau eines Uferwegs im Gebiet Schadau-Lachen. 2009 hat der Stadtrat die Uferwegplanung genehmigt und den Gemeinderat mit der Umsetzung beauftragt. Am Mittwoch gab dieser nun bekannt, dass er dem Stadtrat einen Kredit vorlegt um den Weg fertigzustellen. Die Eröffnung sei im Sommer 2017 geplant», geht aus der Mitteilung hervor.

Uferweg entlang der Strasse

Im Anschluss an den Schadaupark soll der neue Weg entlang der Strasse und anschliessend zwischen denkmalgeschützten Gebäuden und den neu erstellten Wohnbauten auf einen neuen Kiesweg in den Rougemontweg führen, ohne die Seestrasse queren zu müssen. «Damit wird für die Bevölkerung ein Mehrwert geschaffen», so die Mitteilung.

Der Stadtrat soll am 24. August über den Kredit befinden. Doch bereits regt sich Widerstand. «Mehrwert? Das ist doch kein Uferweg», sagt Stadträtin Andrea de Meuron (Grüne) zu 20 Minuten. «Wenn wir schon Geld für einen Uferweg ausgeben, dann für einen, der den Namen verdient hat.» De Meuron fordert deshalb zusammen mit Lukas Lanzrein (SVP) und Peter Aegerter (BDP) in einer Motion, dass der Gemeinderat Alternativen prüft. Ihnen schwebt etwa ein Steg nach Zürcher Vorbild vor. «Der Cassiopeiasteg in Zürich-Wollishofen zeigt eindrücklich auf, wie ein Uferweg realisiert werden kann, der dem Namen gerecht wird.»

20-jährige Gutachten

Doch die Stadt winkt ab. Eine Alternative zum Projekt gebe es keine, schreibt sie in einer Mitteilung. «Eine Wegführung entlang des Wassers über einen Steg wurde bereits in einem früheren Verfahrensstadium – unter anderem aus Gründen des Vogelschutzes – verworfen.» De Meuron widerspricht: «Ich habe im Dossier nirgends einen Hinweis gefunden, dass eine Stegvariante geprüft wurde.» Ausserdem seien die Gutachten zum Vogelschutz alle älter als 20 Jahre. «Zwei der drei Gutachten sagen, dass ein Steg kein Problem ist.» Ihr als Grüne sei der Vogelschutz wichtig. Damit die dort lebenden Vögel geschützt werden können, schlagen die Motionäre auch vor, dass der Steg im Winter geschlossen werden könnte.

Die Gesamtkosten für den Bau des Uferwegs wie ihn die Stadt plant betragen 920'000 Franken. Von diesen Kosten übernimmt der Kanton Bern 552'000 Fr. aus dem Fonds des See- und Flussufergesetzes. Das entspricht 60 Prozent. Die Nettokosten zu Lasten der Stadt Thun betragen somit rund 368'000 Franken.

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