Wirtschaft : Thuner Geschäfte fürchten sich vor XXL-Müller

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Wirtschaft Thuner Geschäfte fürchten sich vor XXL-Müller

David gegen Goliath in Thun: Drogerie-Riese Müller lässt die Geschäfte in der Innenstadt zittern. Der Kampf um Kunden hat am Donnerstag begonnen.

von
miw
Am Donnerstag wurde die neue Filiale eröffnet.

Am Donnerstag wurde die neue Filiale eröffnet.

Auf einer Ladenfläche von 1700 Quadratmetern vertreibt der Drogeriemarkt Müller in Thun seit Donnerstag über 185'000 Artikel. Im Erdgeschoss des ehemaligen Coop-City-Ladenlokals wird nicht nur das grösste Drogerie-Sortiment der Schweiz vertrieben, auch stehen Schreibwaren, Spielzeuge und Multimedia-Artikel in den Regalen. Am Donnerstag wurde die neue Filiale in der Freienhofgasse eröffnet.

Während sich heimische Shoppingqueens etwa auf Kosmetika zu Discountpreisen und deutsche Expats auf Produkte aus der Heimat freuen, graut es alteingesessenen Geschäften der Innenstadt vor der neuen Konkurrenz. So wurde auch bei der Innenstadtgenossenschaft Thun (IGT) die Neueröffnung des orangen Drogisten thematisiert: «Viele konkurrierende Geschäfte haben ihr Sortiment seither überprüft und teils neu ausgerichtet», sagt Kurt Aeschlimann der IGT. Dazu gehört etwa die rund 400 Meter entfernte Central Apotheke Thun – dort wurde seit der Bekanntgabe über den Einzug etwa das gesamte Kosmetika-Sortiment umgekrempelt, um nicht in direkter Konkurrenz mit der Müller Handels AG zu stehen.

Schaufelberger will Müller die Stirn bieten

Auch beim Urgestein unter den Thuner Läden – dem Warenhaus Schaufelberger – schmiedet man Pläne, um keine Kundschaft zu verlieren. So meint dessen Geschäftsführer Peter Allenbach: «Wir werden nun ganz besonders auf unsere Nischen setzen, um Müller die Stirn bieten zu können.» Die Drogerie-Kette sei ein sehr starker und aktiver Mitbewerber.

Trotz Verunsicherung bei etlichen IGT-Mitgliedern freut man sich beim Dachverband auf die umgebaute Ladenfläche: «Für die Konsumenten, die teils gar vom Wallis her anreisen, ist das zusätzliche Angebot in Thun eine Bereicherung.» Neue Konkurrenz belebe zudem das Geschäft. Dieses Argument bringt die Handelskette selbst an: «Der stationäre Handel befruchtet sich gegenseitig», so Müller-Pressesprecherin Tatjana Meier. Darüber hinaus führe der Handelskonzern Müller mit seinen Filialen gemeinschaftliche Aktivitäten mit lokalen Händlern durch.

Aeschlimann gibt abschliessend zu bedenken: «Von uns getätigte Untersuchungen haben ergeben, dass nur einzelne Produkte der Müller Handels AG günstiger abschneiden – viele Artikel werden sogar zu höheren Preisen verkauft.»

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