Thuner Sex-Affäre: Anzeige gegen 13 Personen
Aktualisiert

Thuner Sex-Affäre: Anzeige gegen 13 Personen

Im Zusammenhang mit der Sex-Affäre beim FC Thun sind wegen sexueller Handlungen mit einem 15-jährigen Mädchen 13 Personen angezeigt worden. Darunter sind auch zwei aktuelle Kaderspieler des FC Thun.

Beim Untersuchungsrichteramt IV Berner Oberland sind bisher zwölf Personen wegen sexuellen Handlungen mit einem 15-jährigen Mädchen zur Anzeige gebracht worden, wie die Berner Untersuchungsbehörden am Montag bekannt gaben. Eine weitere Anzeige sei beim Jugendgericht Oberland deponiert worden. Noch keine Anzeige sei gegen eine weitere Person erfolgt, weil noch zusätzliche Ermittlungen notwendig seien, heisst es. Es sei jetzt Sache der Justizbehörde abzuklären, in welche Gerichtszuständigkeit jedes einzelne Verfahren fallen werde.

Computerauswertungen aufwändig

Die polizeilichen Ermittlungen im Zusammenhang mit sexuellen Handlungen mit dem 15-jährigen Mädchen in Thun und anderswo seien weitgehend abgeschlossen. Im Rahmen der Ermittlungen seien zahlreiche Personen befragt, Berichte erstellt und sichergestelltes Material ausgewertet worden. Namentlich die Auswertungen im EDV-Bereich seien äusserst aufwendig gewesen und hätten sehr viel Zeit in Anspruch genommen, heisst es. Die nunmehr eingereichten Strafanzeigen würden neun Fussballspieler betreffen, die derzeit dem FC Thun angehören oder diesem zum Zeitpunkt der vorgeworfenen Straftaten angehört haben.

Laut einer gleichentags vom FC Thun veröffentlichten Mitteilung gehören von den neun Fussballspielern nur zwei Spieler auch wirklich dem aktuellen Kader der 1. Mannschaft des FC Thun an. Für beide Spieler, die weiterhin uneingeschränkt im Spielbetrieb integriert blieben, gelte wie für alle anderen ins Verfahren involvierte Personen nach wie vor die Unschuldsvermutung, heisst es. Ursprünglich hatte der FC Thun ein hartes Durchgreifen gegen allfällige beteiligte Spieler angekündigt.

Ehemaliger Spieler wegen Schändung angezeigt

Laut den Untersuchungsbehörden wurden neben den neun Fussballspielern auch vier Personen zur Anzeige gebracht, die dem Umfeld der Spieler oder demjenigen des Mädchens zugeordnet werden mussten und ebenfalls verdächtigt wurden, strafbare Handlungen gegen die sexuelle Integrität begangen zu haben. Einer davon falle in die Zuständigkeit des Jugendgerichts Oberland. Bereits früher gaben die Untersuchungsbehörden bekannt, dass die rechtlich relevanten Vorwürfe für alle Beschuldigten von Zungenküssen bis zum vollzogenen Geschlechtsverkehr reichen. Drei der Angezeigten, davon ein ehemaliger Spieler, sollen sich auch wegen Schändung verantworten müssen.

Die Affäre war am vergangenen 13. November geplatzt. Damals nahm die Polizei 21 Tatverdächtige fest, darunter zwölf aktuelle und ehemalige Spieler des FC Thun. Alle wurden der sexuellen Handlungen mit dem 15-jährigen Mädchen verdächtigt, das dem Fan-Umfeld des Clubs zugerechnet wurde.

(meg/sda)

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