Alice Kropf - Thuner SP-Stadträtin muss wegen pinker Wellen 8000 Franken bezahlen
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Alice KropfThuner SP-Stadträtin muss wegen pinker Wellen 8000 Franken bezahlen

Aktivistinnen und Aktivisten malten auf der Thuner Bahnhofsbrücke Wellen auf den Boden. An der Aktion beteiligt war SP-Stadträtin Alice Kropf. Jetzt sind die Gerichtsverhandlungen dazu abgeschlossen.

von
Céline Meisel
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Pinke Wellen waren kurzzeitig auf der Bahnhofsbrücke in Thun zu finden.

Pinke Wellen waren kurzzeitig auf der Bahnhofsbrücke in Thun zu finden.

Facebook / Alice Kropf
Alice Kropf musste sich wegen ihrer Beteiligung an der Aktion vor Gericht verantworten.

Alice Kropf musste sich wegen ihrer Beteiligung an der Aktion vor Gericht verantworten.

SP Thun
Dies, obwohl sie gemäss eigenen Angaben nicht selber mitgemalt hatte.

Dies, obwohl sie gemäss eigenen Angaben nicht selber mitgemalt hatte.

imago images/Joana Kruse

Darum gehts

  • Um auf die Missstände für Fussgängerinnen und Fussgänger hinzuweisen, malten Aktivistinnen und Aktivisten pinke Wellen auf den Boden.

  • Sie sollten ein Pendant zu den blauen Wellen am anderen Ende der Brücke sein, welche dort den Verkehr «regeln».

  • SP-Stadträtin Alice Kropf musste sich vor Gericht für die Aktion verantworten. Nun muss sie Schadensersatz zahlen.

Gemeinderat Konrad Hädener (CVP) befand die Aktion für «gar nicht lustig»: Im Juni letzten Jahres tauchten auf der Bahnhofsbrücke in Thun über Nacht rosarote Wellen auf. Genau dort, wo früher ein Zebrastreifen war, der aber entfernt und nie richtig ersetzt worden war. Das bedeutete, dass Querende einen Umweg machen mussten. Mit der Aktion wollten die Aktivistinnen und Aktivisten darauf aufmerksam machen, dass in Thun Fussgängerinnen und Fussgänger zu kurz kommen.

Das Verkehrsprovisorium stand mehrere Jahre. «Die Aktion sollte auch zeigen, wie schnell man eine Massnahme hätte durchsetzen können», sagt Alice Kropf zu 20 Minuten. Für ihre Beteiligung musste sich die Stadträtin jetzt vor Gericht verantworten.

Sie wurde von der Stadt Thun für Sachbeschädigung und Verletzung der Verkehrsregeln angeklagt, wie die «Jungfrau-Zeitung» berichtet. Auch das Tiefbauamt zeigte Alice Kropf wegen Sachbeschädigung, Verunreinigung von fremden Eigentum und mutwilliger Veränderung der Verkehrsinfrastruktur der Bahnhofsbrücke an. Jetzt ist klar: 5366.70 Franken plus 600 Franken Gebühren muss Kropf an die Stadt Thun zahlen.

Die Stadträtin ist im «Grossen und Ganzen» mit dem Verfahren zufrieden. «Punkto Verkehrsregelverletzung bin ich freigesprochen worden, was mich sehr freute», sagt Kropf. Sie muss also für die Reinigungskosten in der Höhe von 1366.75 Franken sowie den Parteikostenbeitrag im Wert von 4000 Franken aufkommen. Die damalige Signalisation habe keinen Verkehrsregeln entsprochen, also habe sie auch keine verletzen können. Mit ihren eigenen Anwaltskosten belaufen sich die Kosten für Kropf auf ca. 8000 Franken.

«Ich war während der Aktion mit Klemmbrett und Warnweste vor Ort, gemalt habe ich aber selber nicht», sagt sie. An dieser Aussage hielten jedoch zwei Polizisten, die sie in der Nacht der Aktion befragten, fest. Auch vor Gericht: «Das motiviert mich noch mehr, die Arbeit der Polizei weiterhin kritisch zu beobachten und zu hinterfragen», schreibt Kropf auf ihrer Facebook-Seite.

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