Vermisst : Thunerin sucht verzweifelt nach ihrem Nonno
Aktualisiert

Vermisst Thunerin sucht verzweifelt nach ihrem Nonno

Seit 30 Jahren wollen Amanda Barba und ihr Vater Alessandro endlich ihren unbekannten Vater und Grossvater finden. Nun gibt es neue Hoffnung.

von
Mira Weingartner

Amanda und Alessandro Barba möchten endlich den vermissten «Carluccio» finden.

Die Schwarz-Weiss-Fotografie ist mittlerweile abgegriffen.«Ich habe das Bild lange Zeit mit mir herumgetragen», sagt Alessandro Barba gerührt. Es ist das einzige Erinnerungsstück an seinen leiblichen Vater. «Seit 30 Jahren suche ich nun schon nach ihm», so der 58-Jährige.

Nun hilft auch die Tochter, ihren Nonno aus Italien zu finden. Via Facebook hat sie einen Aufruf gestartet und hofft, durch das soziale Netzwerk den Durchbruch zu schaffen. Gegenüber 20 Minuten sagt sie: «Es ist mein grösster Weihnachtswunsch, dass mein Vater endlich seinen Vater kennenlernt.»

Ihr Papa Alessandro kam 1958 im süditalienischen Gallipoli zur Welt. Kurz nach seiner Geburt wanderte dessen Mutter Anna Barba in die Schweiz aus. «So wuchs ich die ersten Jahre ohne Eltern bei meiner Grossmutter in Italien auf», erzählt Alessandro Barba. Mit acht Jahren sei er dann von Süditalien zu seiner Mama nach Thun gezogen. Dennoch: Über den Vater hat er nie etwas erfahren. «Sobald ich bei meiner Mutter nachhakte, blockte sie ab. Sie wollte mir nie etwas über ihn erzählen», so Barba. Den Grund für das Schweigen hat er bis heute nicht erfahren – verstanden hat er es nie.

«Sein Name ist Carluccio»

Trotzdem brachte das Vater-Tochter-Duo über all die Jahre ein paar wenige Details in Erfahrung. Er wisse, dass sich seine Eltern etwa ein Jahr vor seiner Geburt, im Jahr 1957, kennengelernt hätten. Dies in der Region Santamaria di Leuca und Gallipoli. «Aus dieser Bekanntschaft bin dann ich entstanden», sagt Barba. Auch habe seine Mutter einmal einen Namen erwähnt: Carluccio.

Nun wollen Amanda und Alessandro Barba noch einen letzten Versuch starten – «uns ist schon so viel Trauriges widerfahren, einmal müssen auch wir Glück haben», sagt die 29-jährige Tochter. Denn als Amanda 20 Jahre alt war, verlor sie ihre Mutter. Nur wenige Jahre später verstarb auch die Schwester ihres Vaters. «Wir hoffen nun sehr, dass wir nun meinen Nonno oder wenigstens noch dessen Verwandte in Apulien kennenlernen.»

Italienische Lokalzeitung will darüber berichten

20 Minuten hat zudem eine lokale Zeitung aus Apulien kontaktiert. Beim «Quotidiano di Puglia» ist die Geschichte auf offene Ohren gestossen. Auch sie möchten nun den Artikel von 20 Minuten für ihre Zeitung übernehmen. «Wenn das klappt, dann könnten wir wirklich nochmals eine Chance haben», so Alessandro Barba.

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