Aktualisiert 17.12.2013 20:32

Neues KonzeptThurgau reagiert auf Biber-Konflikte

Nirgends in der Schweiz gibts so viele Biber wie im Thurgau: Das sorgt für Konflikte. Nun reagiert der Kanton.

von
taw
Biber richten teilweise grösse Schäden an indem sie etwa ganze Bäume fällen. (Bild: Kanton TG)

Biber richten teilweise grösse Schäden an indem sie etwa ganze Bäume fällen. (Bild: Kanton TG)

Nachdem der Biber in der ganzen Schweiz ausgerottet war, wurde das Nagetier ab den 1950er Jahren neu angesiedelt: Mittlerweile leben im Kanton Thurgau mit 500 Tieren schweizweit am meisten Biber.

Bauern: Die Grenze ist erreicht

Für Jürg Fatzer, Geschäftsführer des Verbandes Thurgauer Landwirtschaft, ist die Grenze erreicht: «Die Tiere sind für viele Bauern ein grosses Problem», sagt er. Das hat nun auch der Kanton erkannt. Weil die Nager Gewässerverläufe verändern, Bäume fällen und Feldfrüchte fressen, wurde ein Biber-Konzept erarbeitet. Weil jeder Konflikt mit dem Biber anders ist, sieht das Konzept kein Patentrezept, sondern individuelle Lösungen vor. So empfiehlt das Papier etwa das Anbringen von Gitternetzen oder Elektrozäunen. Zudem will der Kanton für Bauern Beratungen anbieten.

Obwohl Bauer Hans Stalder aus Rothenhausen das Konzept begrüsst, komme es viel zu spät. «Ich habe seit über zehn Jahren Problemen mit diesen Nagern. Sie zerstören Bäume und Sträucher und nehmen so Vögeln den Brutplatz weg. Zudem untergraben sie Strassen, die dann einstürzen», so Stalder. Er fordert deshalb konkrete Massnahmen, bei denen man Betroffene einbezieht. «Bei massiven Schäden muss man den Biber und die Dämme umsiedeln dürfen», so der 68-Jährige. Zudem hält er es für unfair, dass der Grundeigentümer selbst für die Schäden aufkommen muss.

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