Trockenheit: Thurgau verbietet Wasserentnahme
Aktualisiert

TrockenheitThurgau verbietet Wasserentnahme

Die anhaltende Trockenheit lässt die Pegel der Schweizer Gewässer sinken. Der Kanton Thurgau hat ein Verbot für die Entnahme von Wasser aus Oberflächengewässern beschlossen.

Auch in der Murg gilt das Wasserentnahmeverbot. (Bild: Wikipedia)

Auch in der Murg gilt das Wasserentnahmeverbot. (Bild: Wikipedia)

Das Verbot tritt ab kommenden Freitag in Kraft und gilt bis auf Widerruf im Amtsblatt.

Die Wasserführung der Bäche und Flüsse sowie die Quellerträge seien aufgrund der extremsten Hitzeperiode seit Messbeginn vor 150 Jahren zurückgegangen, heisst es in der Mitteilung der Thurgauer Staatskanzlei vom Montag. Der Wasserstand des Bodensees liege 60 Zentimeter unter der Norm. Weitere Seen und Weiher hätten sehr tiefe Wasserstände.

Niederschläge reichen nicht aus

Gelegentliche kurze Schauer hätten die Abflussmengen kaum beeinflusst, da das Wasser von der Vegetation aufgesogen wurde und durch die hohen Temperaturen sofort verdunstete, heisst es weiter. Zudem verzeichneten die Thurgauer Wetterstationen in diesem Sommer relativ hohe Windgeschwindigkeiten. Auch die Niederschläge des letzten Wochenendes hatten keine lang anhaltenden Auswirkungen auf die Wasserführung der Oberflächengewässer im Thurgau.

Das Verbot gilt nicht nur für Bäche, Flüsse und natürliche Weiher, sondern auch für künstliche und bewirtschaftete Weiher wie Mühleweiher, Fischaufzuchtsteiche und für Kanäle, die der Wasserkraftnutzung dienen.

Vom Verbot ausgenommen sind zurzeit der Bodensee (Obersee, Untersee, Seerhein) und der Rhein, da diese Gewässer noch über genügend Wasserreserven verfügen. Ebenfalls werden Wasserentnahmen aus dem Grundwasser und aus Quellen bis auf weiteres zugelassen.

(sda)

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